Sonntag, 19.06. / Tag 01

 

Um 6 Uhr hieß es aufstehen für uns an diesem ersten Tag unseres Urlaubs.

Glücklicherweise war für unseren Flug mit Condor ein Vorabend-Check-In möglich, sodass ich unsere Koffer bereits am Vortag mit dem Auto zum Flughafen gebracht hatte. Leider war ich dabei auch nicht der einzige, sodass die Schlange für den Vorabend-Check-In sich etwa 80m einmal quer durch die Halle B im Frankfurter Flughafen zog. Also ersparte dieser Vorabend-Check-In uns nicht das Warten insgesamt, sondern nur am nächsten Morgen. Dass dieses Warten aber dann trotzdem noch kommen sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Beim Vorabend-Check-In wurde gesagt, wir sollten 1 Stunden vor Abflug am Gate sein, aber wegen der Sicherheitskontrollen nach USA wäre es ideal, schon etwa 90 Minuten vor Abflug da zu sein.

Da wir kein Risiko eingehen und diese 90 Minuten auf jeden Fall einhalten wollten, fuhren wir mit dem Airliner, einem Zubringerbus vom Darmstädter Bahnhof zum Frankfurter Flughafen um 8 Uhr. Fahrzeit ist etwa 20 Minuten, wir hatten also noch etwas Spielraum für unseren Flug um 10.10 Uhr

Koffer hatten wir ja keine mehr, nur noch unsere Laptoptasche und einen kleinen Trolli mit den wichtigsten Dingen drin. Nur waren die Sicherheitskontrollen nun aber doch wesentlich zeitaufwändiger als es uns gesagt wurde. Ein normales Durchleuchten unsere Koffer und das Durchgehen durch einen Metalldetektor langt bei USA-Flügen offensichtlich nicht, denn am Gate direkt ist nochmals ein zweiter Sicherheitscheck. Vor dem ersten hatten wir nur 5 Minuten gewartet, vor diesem zweiten, bei dem jeder nochmals durchleuchtet und am ganzen Körper mit einem Handmetallsuchgerät und Händen abgetastet wurde, stand eine locker 60 m lange Schlange wiederum quer durch die Halle. Dort standen die Leute dicht an dicht. Da es auch nicht wirklich schnell voranging, da immer nur 2 Leute gleichzeitig abgetastet werden konnten, baute sich diese Schlange eher auf als ab, und das ohne dass wir der Kontrolle näher kamen. So vergingen etwa 15 Minuten, bis eine Bedienstete des Flughafens am Ende der Schlange die Leute, die einen Vormittagsflug in die Vereinigten Staaten hatten, bat, ihr zu folgen. Da sie dies auf englisch tat, hatten dies, wie wir später erfahren hatten, viele nicht wirklich mitbekommen, denn wer achtet schon als Deutscher am Frankfurter Flughafen auf eine Frau, die englische Sätze von sich gibt ;)

Wir folgten dieser Frau dann nun einen Stock höher, wo eine nur etwa 6-8 m lange Schlange vor diesem zweiten Sicherheitscheck stand. Nichtsdestotrotz warteten wir etwa 45 Minuten, bis wir durchgecheckt und für ok befunden wurden. Dann gings hinter der Kontrolle wieder einen Stock runter und direkt zum Gate. Nach einem Ticketcheck und etwa 2-minütiger Wartezeit wurde nun auch das Flugzeug für das Einsteigen der hintern Reihe geöffnet, wir waren also gerade rechtzeitig gekommen. Beim Einsteigen schnappten wir uns alle greifbaren Zeitungen und Zeitschriften, schließlich hatten wir ja einen langen Flug vor uns ;)

Dann saßen wir im Flugzeug. Wir starteten mit einer halben Stunde Verspätung, da ein Fluggast nicht in der Maschine war, seine Koffer aber schon und so dessen Koffer erst wieder ausgeladen werden mussten

Dann drehten wir eine Runde über den Taunus. Hier das erste Bild mit den deutschen Feldern. Sehr interessant, wenn man es mit den später noch gezeigten amerikanischen Feldern vergleicht ;)

Schnell hatten wir Deutschland verlassen, Holland überquert. Über die Nordsee nahmen wir Kurs auf die britischen Inseln. Wir hatten für unseren USA-Urlaub ja unseren ursprünglich geplanten Schottland-Urlaub sausen lassen, und konnten nun durch die irgendwann tatsächlich aufreißenden Wolken über Schottland einen Blick auf die grünen Berge erhaschen. Schnell ging es jedoch weiter. Aufgrund der Windverhältnisse überflogen wir Grönland nicht, sondern flogen nur knapp südlich daran vorbei. Die schneebedeckten Gebirgszüge waren sehr markant. Dann gings erstmal eine ganze Weile wieder weiter übers Wasser, bis wir über Neufundland den amerikanischen Kontinent erreichten. Über die großen Seen flogen wir in den Luftraum der Vereinigten Staaten. Dann ging es erstmal lange Zeit über Ebenen, in denen die Landwirtschaft offensichtlich sehr dominierte. Die Felder waren allesamt gleich rechteckig und fast immer wohnte der Besitzer auch auf seinem Grundstück, man konnte jedenfalls fast immer ein einzelnes Haus auf einem der Quadrate entdecken. Irgendwann änderte sich jedoch die Landschaft und Berge türmten sich sehr plötzlich auf, wir gelangten in die Rocky Mountains. Dort lag auch Mitte Juni auf vielen Berggipfeln noch Schnee und auf dem Weiterflug veränderte sich immer wieder die Berglandschaft. Wir haben Bergen in nahezu allen Farben gesehen, schwarzen, gelbliche, rote, braune, schneebedeckte weiße, usw. Und dann auch einen See. Es handelte sich um dem Lake Mead, der See, der durch die Aufstauung des Colorado Rivers durch den Hoover Dam entstanden ist. Er ist insgesamt stolze 177 km lang, hat eine Fläche von 650 km² und beherbergt 35 Milliarden Kubikmeter Wasser, die als Trinkwasserreserve für große Teile Nevadas (u.a. auch für komplett Las Vegas), Arizona und Südkalifornien dient. Wir sind nun schon im Landeanflug auf Las Vegas. Kurz vor der Landung fällt uns schon auf, wie viele Golfplätze es in Las Vegas gibt. In einer Stadt mitten in der Wüste. Es sind fast die einzigen grünen Flächen in einer ansonsten meist sandfarbenen Gegend, aber da die Amis sowieso unglaublich heiß aufs Goldspielen sind, gibt es alleine in Las Vegas etwa 25 unterschiedliche Golfplätze. Und das bei einer Einwohnerzahl, die gerade an die Größe Stuttgarts oder Hannovers heranreicht. Las Vegas hat andererseits durch über 130.000 Hotelzimmer ein enormes Besucheraufkommen, zumal die Zimmer durchschnittlich zu über 85 % belegt sind. Insgesamt kommen jährlich über 37 Millionen Besucher nach Las Vegas.

 

Nachdem wir eigentlich absolut pünktlich gelandet waren, mussten wir aufgrund eines Gatezuweisungsfehlers des Towers zuerst 15 Minuten irgendwo am Rande des Rollfelds warten, dann umdrehen und nach kurzer Fahrt dann doch auf dem Rollfeld aussteigen. Zu Fuß ging es dann ein Stück übers Rollfeld und weil danach ja dann der Einwanderungscheck anstand (für den man im Flugzeug extra und ganz detailiert ein Formular ausfüllen musste), wurde von diversen auf dem Weg stehenden Beamten zugerufen, dass Fotokameras und Handy hier absolut verboten waren. Da ich den Foto noch in der Hand hielt packte ich ihn erstmal ein und dann standen wir in der Schlange zum Einwanderungscheck. Glücklicherweise erwischten wir einen der nicht so grimmig schauenden Beamten und er war nett und freundlich und lachte sogar ein bisschen mit uns. Offensichtlich sahen wir nicht nach ausreichend Terroristenpotential aus ;) Dann standen wir auch schon direkt am Gepäckband, wo kurz darauf unsere Koffer auch schon da ankamen. Schnell schnappten wir uns einen Kofferkuli und packten unsere Koffer drauf und schoben ihn aus dem Zollbereich und auch gleich daraufhin aus dem Flughafengebäude raus. Ganz schön heiss war es hier, immerhin hatten wir so um die 34 Grad. Dass sich das im späteren Verlauf unseres Urlaubs als gar nicht so heiss herausstellen sollte, wussten wir da noch nicht ;)

Nur jetzt wohin? Glücklicherweise waren unsere Flugbegleiter auch gerade so weit wie wir und sie halfen uns etwas bei der Orientierung. Es gäbe direkt um die Ecke einen Shuttlebus der Autovermietungen, der einen direkt bis vors Büro bringt. Der Bus kam auch gleich und so standen wir nur kurz danach auf dem Parkplatz der Autovermietung. Und hier hatten wir schon einen der größten Unterschiede zu Deutschland bemerkt. Der Fahrer hatte nämlich uns und den meisten anderen Fahrgästen geholfen, ihre Koffer in und aus dem Bus zu hieven. Er gab auch wirklich voll Einsatz dabei. Ein Trinkgeld (auf englisch: Tip) konnten wir ihm leider nicht geben, da wir bei unsere Geldwechselaktion in Deutschland quasi fast nur 50$-Noten bekommen hatten. Wir schleppten unsere 3 Koffer plus Handgepäck also nun in das Büro und stellten uns in die Warteschlangen im Büro. Diese Warteschlange lieben die Amis ja wirklich, selbst bei den Fast Food-Ketten findet man sie. Überall schön in einer Reihe anstellen. Ist zwar etwas ungewohnt, aber das Anstellen ist wirklich sehr diszipliniert. Keiner drängelt oder versucht zu drängeln. Wir haben sogar einmal erlebt, dass uns jemand mit „you were first here“ in einer Warteschlage vorgelassen hat, nur weil wir halt zuerst im Laden gestanden haben, obwohl wir noch nicht in der Schlange gestanden haben, da wir uns noch nicht schlüssig waren, was wir nehmen sollten.

Wir hatten unseren Mietwagen über den ADAC ja schon in Deutschland gebucht. Ein Cabrio sollte es sein, und Hertz gab als Beispielauto einen Ford Mustang Convertible an. Wenn das klappen würde, wäre das ja wirklich sehr schön. Also fragten wir am Schalter des Büros geziehlt nach, was es denn für ein Auto sei, in der Hoffnung, den Angestellten zu einem Mustang überreden zu können. Doch er hatte von sich aus schon gesagt, dass es ein Mustang werden dürfte. Wir waren zufrieden. Doch als wir unser Gepäck aus dem Büro auf den Parkplatz um die Ecke geschoben hatten, schlug unsere Zufriedenheit in Euphorie um. Es war nicht irgendein Mustang Cabrio. Es war ein rotes 2005er Mustang Cabrio. Gerade mal gut 800 Meilen auf der Uhr und somit wahrscheinlich erst von 1, maximal 2 Personen vorher gefahren. Schnell machten wir gleichmal einige Fotos von dem Auto und ein Angestellter bot uns auch gleich an, ein Foto mit uns beiden drauf zu machen.

Dann entstand aber gleich das erste Problem. Wohin mit unserem Gepäck?!? Nach mehrmaligem Ein- und Ausladen auf unterschiedliche Weise hatten wir dann doch eine Möglichkeit gefunden, dass wenigsten nur einer unserer Koffer auf den Rücksitz musste. In den Kofferraum bekamen wir also nur 1 grossen, 1 kleinen und unseren kleinen Handgepäckstrolli. Der zweite große Koffer sollte sich also auf dem Rest der Reise mit der Kühlbox, deren Kauf am nächsten Tag noch geplant war, die Rücksitzbank teilen.

Mit offenem Cabrio und passender Musik aus dem Radio fuhren wir los. Gleich nach der Ausfahrt kamen wir an die erste Stop-Stelle. Nun läuft das nicht wie hier ab, wo derjenige, der ein Stop-Zeichen hat, Vorfahrt gewähren muss, sondern der, der als erster an der Stopstelle steht, darf als erster fahren. Ich hab dann zur Sicherheit erstmal 2 Autos über die Kreuzung gewunken um nicht vielleicht doch irgendwas falsch zu machen und einem die Vorfahrt zu nehmen. Dann gings recht schnell rein nach Las Vegas, auf den Las Vegas Boulevard, auch bekannt als „der Strip“. Wir fuhren am legendären „Welcome to fabulous Las Vegas“-Schild vorbei und beschlossen aufgrund fehlender Anhaltemöglichkeiten dort einen Fototermin mit dem Schild auf die nächsten Tage zu verschieben. Ich kann gleich vorweggreifen, dass wir diesen Fototermin immer wieder verpasst oder vergessen haben, soviel hatten wir zu sehen ;). Dann kamen auch schon die großen aus dem Fernsehen bekannten Hotels auf uns zu, das Mandalay Bay, die Luxor-Pyramide mit der Sphynx-Statue davor. Die Eindrücke der Hotels links und rechts dieser Prachtmeile waren überwältigend. Dabei hatten wir sie ja gerade erst bei Tag gesehen, was – wie wir später festellten – kein Vergleich zu denselben Hotels in der Nacht war. Nichtsdestotrotz klickt die Kamera und bis wir in unsere Hotel waren, waren wir schon hellaufbegeistert von dieser Stadt. Wir hatten uns Zimmer im Stratosphere Tower Hotel gebucht, das zwar etwas nördlich am Strip lag und nicht direkt in der Nähe der prachtvollsten Hotels, aber mit gerade mal 40 $ pro Nacht sehr günstig, zumal es keine heruntergekommene Absteige war, sondern ein topmodernes Hotel mit schönen Zimmern.

 

In die Einfahrt zur „Hotel Registration“ gefahren, wurde uns erstmal das Auto „angenommen“. Dort war auch das Valet Parking, welches eigentlich zu einem Trinkgeld verpflichtet. Da wir ja aber immer noch keine kleineren Scheine als 20$-Noten hatten, konnten wir da keines geben. Daher haben wir dann auch die Hilfe für das Gepäck erstmal abgelehnt und unsere Koffer ins Hotel reingeschleppt. Man steht dabei dann quasi fast sofort mitten im Casino und muss sich erstmal zurechtfinden und herausfinden, wo man zur Registration erstmal hinmuss. Ein deutlich schwereres Unterfangen wie sich herausstellte. Die Beschilderung im Casino ist – wie wir im nachhinein als oft amerika-typisch feststellen mussten – schlecht und so standen wir erst nach einigen Runden durchs Casino und nachfragen beim Personal an der Rezeption. Oder genauer gesagt in der Warteschlange zur Rezeption. Ich stellte mich also an während Jana auf unser Gepäck aufpasste. Endlich an der Reihe wurde uns das übliche Upgrade angeboten, wodurch wir ein Zimmer mit Blick auf den Strip bekommen hätten. 15 $ pro Nacht war uns das aber dann noch nicht wert, zumal uns unser King-Bed Zimmer(also mit einem 2 m breiten Bett) trotz verbindlicher Vorbuchung als nicht mehr vorhanden verweigert wurde. Und 5 $ Fee pro Tag für ein paar Dinge müsse man auch noch bezahlen. Die sind aber obligatorisch, egal ob man sie nutzt oder gar nicht nutzen will (darin waren Poolbenutzung, Waschraumbenutzung, Einlass zum 350 m hohen Tower vormittags von 10 bis 12 beinhaltet).

Nachdem wir dann das Zimmer bekommen hatten, und auch dieses Mal etwas schneller den dazugehörigen Aufzug, stellten wir fest, dass wir im obersten Stock waren. Zwar hintenraus, was aber nicht wirklich schlimm war, da wir eh nicht sonderlich viel Zeit im Zimmer verbrachten.

Jetzt gings erstmal los in die Stadt, ein bißchen was einkaufen. Nachdem wir unser Auto am „Valet-Pickup“ wieder vorgefahren bekommen haben (und nach einem vorherigen Geldwechsel im Giftshop neben dem Casino dem Abholer auch etwas Trinkgeld geben konnten) fuhren wir also den Strip wieder zurück und parkten auf einem Parkplatz hinter dem Haus, in dem sich ein Walgreens-Drug-Store befand. Walgreens ist wohl so was wie der Marktführer im Drug-Store-Bereich dort drüben und alle Läden dieser Kette haben rund um die Uhr, 7 Tage die Woche geöffnet. In einigen Läden haben wir sogar „Drive-Thru“-Schalter für Arznei gesehen. Arznei gibt’s sowieso sehr viel in USA zu kaufen. Da dort das Gesundheitssystem ganz anders ist als bei uns, gibt’s so was wie Verschreibungspflicht nicht und man kann sehr vieles im Laden so kaufen. Wir schlenderten dann durch den Walgreens und kamen uns vor wie Ossis im West-Karstadt ;) Hier gabs alles und das noch in 10 verschiedenen Sorten. Hier fanden wir auch ein süßes Modell des „Fabulous Las Vegas“ Schildes, war uns allerdings mit $20 doch etwas zu teuer. Weiter gings dann wieder mit dem Auto ins Bellagio. Da jedes Hotel in Las Vegas ein – übrigens immer gleich aussehendes – kostenloses Parkhaus zur Verfügung stellt, kann man von Hotel zu Hotel fahren. Könnte man zumindest, denn meist ist es ins Parkhaus weiter zu laufen als auf die andere Strassenseite zum nächsten Hotel. Das Bellagio war ein guter Anfang, war es doch wirklich so luxuriös und stilvoll wie sein Ruf. Dass dies nicht überall selbstverständlich ist, stellten wir später noch fest, beispielsweise im hochgelobten Wynn.

Bei Einbruch der Dunkelheit konnten wir auch die Wasserspiele vor dem Bellagio betrachten, die ganz genau in einer Choreographie zu unterschiedlichen Musiktiteln ablaufen. Sehr schön und beeindruckend, nur über den Sinn von in die Luft gespritzte Wasserfontänen mitten in der Wüste darf man nicht nachdenken ;) Direkt gegenüber des Bellagios liegt das Paris, ein Nachbau von Pariser Sehenswürdigkeiten. Und schräg gegenüber das Aladdin, welches wir heute jedoch nur von außen besichtigten. Ins Paris sind wir rein, wenngleich wir uns die Fahrt zur Spitze des im Maßstab 1:2 nachgebauten Eifelturms aufgrund des Preises von 9 $ pro Person dann doch geschenkt haben. Kurz durch das Casino des Paris und wieder raus, nähere Details wollten wir uns am nächsten Tage genauer ansehen.

Auf dem Rückweg nochmal die Wasserspiele des Bellagios angeschaut, durch das Hotel wieder zurück ins Parkhaus und zum Abendessen das Hard Rock Cafe angesteuert. Hier konnten wir nun erstmals die amerikanische Art der Bedienung beim Essen kennenlernen. Denn man wird in USA fast überall (außer halt bei den Fast Food Ketten zu einem Tisch gebracht wie es bei uns meist nur in teureren Restaurants der Fall ist). Beim Sitzen wird man meist sofort gefragt, was man trinken möchte. Hier haben wir desöfteren festgestellt, dass beim Essen oft auch der Refill des Getränks gratis war, aber nicht überall. Dies haben wir meistens aber erst auf der Rechnung festgestellt. Das „Menu“ ist übrigens kein Menü, sondern die Speisekarte ;). Wir bestellten uns also 2 Burger und stillten damit unseren mittlerweile recht ordentlichen Hunger, immerhin hatten wir seit dem „Abendessen“ im Flugzeug vor etwa 12 Stunden nichts mehr gegessen. Dabei erfreuten wir uns über den Service, den die Kellner dort boten. In regelmäßigen Abständen wurde nachgefragt, ob wir noch was bräuchten oder alles okay sein. Das mag manchen nach gewisser Zeit sicherlich nerven, aber wir, die wir es aus Deutschland gewohnt waren, 10 Minuten warten zu müssen, um von einer Bedienung wahrgenommen zu werden, bei der man noch eine Cola bestellen kann, fühlten uns eher umsorgt. Nunja, die Jungs wollen sich ihr Trinkgeld (welches übrigens nicht wirklich freiwillig, sondern obligatorisch ist, da es fast das einzige Gehalt der Bedienungen dort drüben ist) auch verdient haben.

Nach Beendigung des Essens wird einem dann auch umgehend die Rechnung präsentiert. Und zwar immer gleich ;) Jedesmal wenn uns die Bedienung ungefragt (denn fragen muss man danach nie) die Rechnung auf den Tisch gelegt hat, geschah dies so, dass man erstens den Betrag nicht sieht (ist wohl, damit es nicht ganz so raffgierig aussieht) und zweitens so, als wäre es der Bedienung megapeinlich, uns die Rechnung zu präsentieren. Ist schon ein verrücktes Land, einerseits drängt man einem die Rechnung auf, andererseits verhält man sich so als wäre es einem peinlich, dem Gast die Rechnung geben zu müssen. Im Anschluss an das Essen holten wir uns im Store noch ein hohes Schnapsglas mit „Hard Rock Cafe Las Vegas“-Logo und fotografierten die überdimensionale Gitarre vor dem Eingang. Zum Größenvergleich hatte sich Jana mal davor gestellt ;)

Danach fuhren wir zurück zu unserem Hotel. Nun machten sich auch die ersten Erschöpfungszustände unseres mittlerweile 28 Stunden langen Wachseins (nur Unterbrochen von insgesamt etwa 1 Stunde oberflächlichen Schlafes im unbequemen Flugzeug) breit, sodass wir völlig kaputt in unsere Betten fielen. Nur noch kurz lief der Fernseher, auf dem bei unserem Lieblingssender dort, „tbs“ noch „Friends“ lief, eine von unseren absoluten Lieblingsserien. Dann schliefen wir ein.

 

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