Montag, 20.06. / Tag 02

 

Geweckt wurden wir heute von unserem Radiowecker um 9 Uhr. Wir wollten ja heute einkaufen gehen und da die Outlet Centers um 10 Uhr aufmachen, wollten wir die ersten Stunden nicht verschenken. Zum Frühstück gabs erstmal nur das von Jana so geliebte Dr.Pepper und die im Walgreens gekauften, mit Peanut-Butter gefüllten M&Ms. Unten im Hotel entdeckten wir nun auch den Starbucks, wo wir uns mit einem Muffin und einem Cookie sowie zwei leckeren Kaffees eindeckten. Größe gibt’s da nur „tall“, „large“ und „King Size“. Und diese kleinste Größe „tall“ hat bei uns locker die Größe eines großen Kaffees. Large und Kingsize sind bei uns unvorstellbar. Gut, andererseits ist ein Kaffee zum mitnehmen für 4-6 Euro auch undenkbar bei uns, denn selbst der „tall“-Kaffee kostet schon um die 3-4 $. Für unsere 2 Kaffee, den Cookie und den Muffin waren wir gleichmal 14 $ los. Später haben wir dann festgestellt, dass es bei Starbucks unterschiedliche Preise gibt und der in unserem Hotel so ziemlich der teuerste war, in dem wir waren ...

Da das beste Outlet laut Janas Infos das „Primm Outlet-Center“ sein soll und dies auf unserer Karte mit allen Einkaufsmöglichkeiten, die wir in einer Broschüre gefunden hatten, im Süden von Las Vegas eingezeichnet war, fuhren wir dorthin. An der Abfahrt, an der es eingezeichnet war, fuhren wir zwar ab, aber fanden nichts ;) Also fuhren wir etwa 20 Minuten dir Gegend dort ab, um sicherzugehen, dass wir es nicht einfach nur übersehen hatten. Nachdem wir uns dann sicher waren, dass dieses Center in der Karte offensichtlich nur „versinnbildlicht“ dort eingetragen war, in Wirklichkeit aber wohl noch etwas weiter außerhalb lag, fuhren wir wieder auf den Freeway auf und weiter Richtung Stategrenze nach Californien. Nachdem nach ungefähr 40 Meilen immer noch kein Center zu sehen war, kehrten wir unweit der Grenze zu Californien wieder um und entschieden uns in ein anderes Outlet innerhalb Las Vegas’ zu fahren. Was sich am nächsten Tag herausstellte, dass wir das Primm Outlet Center fast sogar gefunden hätten, denn auf Nachfrage als wir wieder in LV zurück waren, wurde uns gesagt, dies befände sich in dem Ort Primm an der Grenze zu Californien. Gut, dass wir nur kurz davor wieder umgedreht hatten. Aber davor waren wir jetzt ja nun schon im Las Vegas Outlet Center gewesen, wo wir uns unsere erste King-Size Coke holten. Wie viel da drin ist, steht zwar nicht drauf, aber auf jeden Fall reichte es uns beiden erstmal ne Weile.

Dort fanden wir sogar eine Filiale von Deichmann. Und eine von Bose. Dies war auch nicht die einzige Filiale von denen, anscheinend stehen die Amis wohl voll darauf, warum auch immer ;) In einen Gift shop entdeckte Jana eine große Tweety-Nachttisch-Lampe, die es ihr gleich angetan hatte ;) Oder in einem Hutladen proierten wir ein paar interessante Kopfbedeckungen wie ihr sehen könnt ;) Und in einem Spielzeugladen entdeckten wir – nicht zum erstens und erst Recht nicht zum letzten Mal Dinge, die es nur im patriotischen Amerika geben kann: Ein Spiel für die patriotische Familie namens „America’s Spirit“. In einem Laden mit vielen Indianderdingen und Halbedelsteinen (solche Läden gab es übrigens im Laufe unserer Reise verhältnismäßig oft) fanden wir auch u.a. eine 15000 $ teure Amethystensäule. So eine Säule oberhalb der 10000 $ Marke hatte aber wie sich später herausstellte fast jeder dieser Läden, die wir gesehen haben ;)

Nach dem Besuch des Las Vegas Outlet Centers gings dann erstmal zu einem Walmart, dessen Adresse wir uns aus dem Telefonbuch organisiert hatten. Dort hatten wir ja vor eine Kühlbox zu kaufen, die unsere Getränke bei unserer Reise kühl halten soll. Bei meisten über 30 Grad war das durchaus sehr sinnvoll, denn warme Getränke sind nun mal nicht unbedingt das erfrischendste im Death Valley, welches wir am nächsten Tag durchfahren wollten ;)

In diesem Walmart – der übrigens in etwa die 4-5fach Größe eines ausgewachsenen Walmart Supercenters hier in Deutschland hatte (und die sind ja oft schon groß für deutsche Verhältnisse) waren wir schon wieder die Ossis im West-Karstadt. Überall schauen und staunen. Teilweise über die Auswahl, teilweise über die Größe der Packungen. Hier schlugen wir dann auch gleich zu und holten für Jana’s Frühstücksbrötchen in Deutschland 2 Riesengroße Gläser Erdnußbutter mit jeweils fast 2 kg. Und für die zukünftigen Frühstücke während des Urlaubs noch ein kleines Glas mit etwa 400 g ;) Kleiner gabs keines :-) Dazu dann jede Menge 2 Liter Flaschen Getränke. Dort gabs eben nicht nur Coke und Diet Coke, sondern auch Diet Coke mit unterschiedlichen Geschmäckern, mit Cherry, Vanilla, Lemon (okay, das gibt’s auch bei uns), und noch einiges anderes. Und mit Splenda statt Süßstoff. Splenda ist ein Süßstoff, der aus Zucker gewonnen wird und deshalb auch wie Zucker schmeckt und nicht so künstlich wie eben Süßstoff. Wir haben und dann noch ne Packung mitgenommen, meine Mutter wollte sowieso eine Packung haben. So eine große 275 g Packung kostet zwar 7 $, hat aber die Süßwirkung von über 2 kg Zucker, was den Preis dann zumindest wieder etwas relativiert ;) Aber im Laufe des Urlaubs haben wir festgestellt, dass es verdammt viele Dinge mit Splenda als Zuckerersatz zu kaufen gibt, ist da drüben wirklich beliebt. Brot, Wurst, Schmelzkäse und Senf hatten wir auch gekauft, um uns auf unserem Weg die nächsten Tage Sandwiches machen zu können. Dann gings darum aus der großen Auswahl von Kühlboxen, die es da drüben gibt eine passende auszusuchen. Unsere Wahl fiel auf eine 60 Liter große Box mit Griff und Rollen untendran, da wir ja schon mit der Überlegung spielten, die Box als Kofferraum am Ende unserer Reise zurück nach Deutschland mitzunehmen. Und die dann zu tragen wäre kein Spass gewesen. Beim Durchschlendern der Regale fiel mir dann auch auf, dass Lightning Audio dort sogar im Walmart zum Verkauft steht. Ebenso wie Sony.
Und ein Regal weiter sahen wir eine Box, die für die Ladefläche eines Pick-Ups gedacht war. Ich hab sie mal mit Jana als Größenvergleich fotografiert, damit man mal die Größe erkennt. Wie wir dann im Laufe des Urlaubs festgestellt haben, hat so ein Riesenteil eigentlich fast jeder Pickup dort drüben auf der Ladefläche hinter der Kabine... :)

An der Kasse hatten wir dann noch einen netten Plausch mit der Kassiererin, die völlig unverständlich schaute, als wir erzählten, dass wir Deutschland unseren Einkauf selbst einpacken müssten und erst Recht erschüttert war, dass wir unsere Tragetaschen sogar bezahlen müssten. Wir kauften dann auch noch Säcke Eis für unsere Kühlbox und kamen mit unglaublich vielen Einkaufstüten mit jeweils erstaunlich wenig Inhalt pro Tüte aus dem Markt heraus. Am Auto zurück packten wir unsere Kühlbox mit den Getränken voll, machten die Eissäcke noch mit rein und hievten die Kühlbox dann zu zweit auf die Rücksitzbank unseres Mustangs. Die Wurst und den Käse packten wir auf das Eis noch obendrauf. Beim Ausfahren aus dem Parkplatz fiel uns noch ein Sandwichladen namens „Port of Subs“ auf, der mich irgendwie tatsächlich mal wieder an CarHifi denken lies ;)

Danach fuhren wir wieder ins Paris, um es uns nun von Innen etwas detailierter anzuschauen. Die Hotels sind eigentlich innen so angelegt, dass sie Tag und Nacht nicht zu unterscheiden sind, daher war es obwohl heller Tag draußen, innen so dunkel, dass unser Foto einen Blitz gebraucht hätte. Erst später im Laufe unserer Reise hatten wir den Dreh raus, wie wir mit unserer Kamera umgehen mussten, dass die Belichtungszeiten kurz genug sind um die Bilder innen nicht zu verwackeln und trotzdem die Bilder hell genug zu haben. Nichtsdestotrotz konnten wir einige Bilder retten, zumindest die, die wir mit Blitz gemacht hatten. Im Paris haben wir einige Leute gesehen, die offensichtlich Bronze-Statuen darstellen sollten. Die zwei, die wir mit Jana zusammen fotografiert haben, waren uns ganz normal entgegengelaufen gekommen, der andere hatte sich so unglaublich langsam bewegt, dass es eine Freude war ihm bei seiner Langsamkeit zuzuschauen. Selbst einer älteren Frau im Rollstuhl, die ihm einen Schein in die Hand geben wollte, näherte er sich mit solcher Langsamkeit, dass es für ihren nach oben gereckten Arm sicherlich schon eine grössere Anstrengung war, ihn über 45 Sekunden so in die Luft zu recken....
In einem Brunnen mitten im Hotel versenkten wir dabei jeweils noch ein bisschen Kleingeld ;)

Auch die Hotellobby war sehr edel eingerichtet im Paris, ganz im Stil des früheren Frankreich. Am Arc de Triomphe vorbei gings ins benachbarte Aladdin-Hotel, genauergesagt in die 140 Geschäfte umfassende „Desert Passage“. Auch hier fanden wir wie im Paris eine als Himmel bemalte Decke und Geschäfte ganz im Stile des Mottos, hier eben wie eine Stadt im Nahen Osten. Wie sehr Weihnachtsfixiert die Amerikaner sind, sah man dabei auch daran, dass es hier ein reines Weihnachtsgeschäft gab – und das auch im Juni gut besucht war. Dort fanden wir in einem anderen Laden ein Monopoly von Las Vegas für 30$, welches wir fast gekauft hätten. Die Verkäuferin erzählte uns, dass es mittlerweile 200 Varianten von Monopoly gibt. Eine ganze Reihe davon haben wir in unterschiedlichen Läden im Laufe unserer Reise gesehen, sogar ein „Ford Mustang 40th Anniversary“ in San Francisco. Direkt mitten in der Einkaufspassage gibts auch eine „Rainstorm“ Simulation.

Dann wieder aus dem Hotel raus, kamen wir am benachbarten Harley-Davidson Cafe vorbei. Dort fanden wir dann die eigentlich noch viel krasseren Ventilatoren, die fein zerstäubtes Wasser in die Luft blasen. Was ne Verschwendung. Okay, ist sicherlich nicht viel, aber das ist da überall absolut IN, das zu sehen. Immerhin, wir sind immer noch mitten in der Wüste und in solch einem trockenen Gebiet einfach Wasser in die Luft zu sprühen, erschien zumindest einfach als Verschwendung, auch wenn sich einzelne Personen durch Davorstellen vor diese Ventilatoren abkühlen können. Da nutzten wir nach unserer Rückfahrt unseren Hotelpool zur Abkühlung, der bis 20 Uhr geöffnet hatte. Von dort konnte man einen sehr schönen Ausblick auf den Sonnenuntergang und auch über den Strip erhaschen. Nach Schließung des Pools gingen wir auf unser Zimmer und duschten erstmal. Da wir durch die Anstrengungen des Tages doch recht geschafft waren, beschlossen wir, heute nur noch was Essen zu gehen und auf den Tower unseres Hotels zu fahren und nicht mehr nochmals auf den Strip zu fahren. Wir überlegten dann eben am Ende unseres Urlaubes einen Tag früher nach Vegas zurückzukommen und dabei dann die restlichen Hotels zu besichtigen, die wir noch nicht gesehen hatten.

Beim Studium der Restaurantliste in unserem Hotel entdeckten wir dann einen Pizzaladen, der bis 24 Uhr geöffnet hatte. Da es jedoch schon 22.30 Uhr war und die Wartezeit zur Auffahrt in den Tower etwa 45 Minuten war, entschlossen wir uns, zuerst die Pizza zu holen und sie auf unserem Zimmer zu essen und dann nochmal runter zu gehen, um uns auf den Tower hochfahren zu lassen. Wir entschieden uns für die größte (und mit 24 $ auch teuerste) Pizza, die es in diesem Laden zu kaufen gab, eine 16“ große PAN, also dicke amerikanische Version. Absichtlich, obwohl wir schon wussten, dass wir die zusammen nicht schaffen werden, dafür mit dem Hintergedanken auch am nächsten Tag noch was zu Essen zu haben auf unserem Weg durchs Death Valley. Nachdem wir dann zusammen etwa 1/3tel der Pizza geschafft hatten gingen wir den Weg wieder zurück und fuhren den Tower nach oben.
Die Aussicht bei Nacht war der Wahnsinn, vor allem konnte man da auch mal sehen, wie weit sich Las Vegas von dort in alle Richtungen erstreckt und wie die Strassen dort fast allesamt rechtwinklig verlaufen. Und der Blick über den Strip war sowieso wundervoll. Mir wurde zwar erlaubt mein Stativ mit nach oben zu nehmen, benutzen durfte ich es aber nicht, da ich sonst sofort den Tower verlassen müsste. Dies wollte ich nicht riskieren, da dort oben sowieso ununterbrochen patrouliert wurde. Etwas enttäuscht davon, dass wir nicht raus ans Freie konnten, sondern nur im Innern des Turmes hinter Glas rausschauen konnten, was das reflexionsfreie Fotografieren etwas schwierig gemacht hat, entschlossen wir uns wieder runterzufahren. Wir mussten auf unseren Aufzug etwas warten, und plötzlich sahen wir eine Treppe, die nach oben ging. Sollte dort also wirklich doch eine Möglichkeit sein, an die frische Luft zu kommen? Wir versuchten unser Glück und hatten es tatsächlich gefunden. Warum da nirgendwo ein Schild stand, dass es da hochging? Warum der Aufgang nur direkt am Ausgang des Turmes war und nicht von der Aussichtsplattform sichtbar? Keine Ahnung. Aber egal, nun waren wir draußen und konnten die selbst in 300 m Höhe immer noch sehr warme Luft um unsere Köpfe wehen fühlen. Von dort konnte man dann auch direkt die Attraktionen des Stratosphere Towers sehen, u.a. ein Katapult, also ein umgekehrt funktionierender Freefall-Tower auf der Spitze oder eine Art Karussel, welches die Passagiere 300m über dem Abgrund dreht. Nach unzähligen Fotos und einer weiteren halben Stunde dort oben verließen wir den Tower um noch etwas im Casino zu spielen. Immerhin waren wir schon 2 Tage in Vegas und hatten noch kein einziges Mal gezockt.
Wir spielten immer so lange an einem Automaten bis wir was gewonnen hatten und gingen dann weiter. Die Ausbeute nach einer halben Stunde spielen waren 44,25$, die wir aus den Automaten geholt hatten. Und das bei etwa 10 $ Einsatz.

Mit dem guten Gefühl etwas gewonnen zu haben, gingen wir auf unser Zimmer zurück, schauten noch ein bisschen tbs-Serien und schliefen dann ein.

 

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