Dienstag, 21.06. / Tag 03

 

Morgens checkten wir erstmal über den Fernseher aus dem Hotel aus. Unsere Rechnung konnten wir hier auch abrufen, wie ihr sehen könnt ;)

Wir verließen Las Vegas über die Interstate 15 Richtung Süden und fuhren also die Strecke, die wir schon am Vortag vergeblich auf der Suche nach dem Primm Outlet Center gefahren waren. Als wir dort auf die Ausfahrt zufuhren und wir auch mal wieder tanken mussten, beschlossen wir, einfach nochmal einen Zwischenstopp zu machen und doch noch dort shoppen zu gehen. Im nachhinein hatte sich das dann als Volltreffer herausgestellt, da wir dort definitiv am meisten gefunden haben. Qualitativ richtig gute T-Shirts für 4$, Nike T-Shirts für 10$, Wrangler Jeans für 15$.

Dort auf dem Parkplatz sahen wir dann auf einem Anhänger ein hervorragend restauriertes altes Auto aus Vorkriegszeiten und einen LKW, der zwei andere LKWs zog ;)

Dann gings wieder auf die I-15 bis wir in Baker auf die Calfornia-127 fuhren. Nach einem Schild, welches keine Tankstelle auf den nächsten 72 Meilen ankündigt, fahren wir weiter bis nach Shoshone. Dort sahen wir schon schöne Landschaft, wenn auch die Strasse nicht gerade die ebenste und für überlandstrecken unüblicherweise recht stark kurvig war. Der „übliche“ Weg ins Death Valley ist wohl über Death Valley Junction, da es im August 2004 äußerst starke Regenfälle gab, die im Death Valley eigentlich schon fast als „Jahrhundertflut“ bezeichnet werden können (zumal sie auch einige Straßen und Autos weggeschwemmt hatte) konnten wir deshalb nicht auf den Dantes Peak hochfahren, da die Straße dort hoch immer noch wegen Reparaturarbeiten gesperrt war. Deshalb entschlossen wir uns eben von Süden ins Death Valley einzufahren. Eigentlich hatten wir überlegt über eine Gravelroad durch Greenwater Valley auf den Dantes Peak zu fahren, jedoch hatten wir irgendwie die Einfahrt verpasst und nachdem wir dann sowieso zeitlich nicht unbedingt die 3 Stunden, die uns diese Aktion gekostet hätte, „übrig“ hatten, entschlossen wir uns direkt weiter ins Death Valley reinzufahren. Alleine die Einfahrt brachte schon wundervolle Ausblicke mit sich und wir spürten diese unglaubliche Hitze bei unsere Fotostopps entlang der Strasse schon lange bevor wir unten im Tal angekommen waren. Die kurvenreiche Strasse führte uns dann direkt zum Beginn der Salzkrusten, die sich dort durch das verdunstete Wasser angesammelt haben. Dieser Anblick ist toll, wir fuhren weiter entlang dem Rand dieses „Salzsees“. Immer wieder sahen wir Schilder, dass man nicht mit dem Auto die Strasse verlassen soll, doch leider sahen wir auch Spuren, wo sich Autofahrer einen Spaß gemacht haben, ihre Reifen im Salz durchdrehen zu lassen.

Wir erreichen Badwater, den tiefsten mit dem Auto zugänglichen Punkt des Death Valleys und zugleich des nordamerikanischen Kontinents, 85,5 m unterhalb des Meeresspiegels. Es gibt wohl noch einen Punkt, der nochmal einen halben Meter tiefer liegt, aber dazu muss man wohl ein Stück weit in die Salzebene hineinlaufen. Jedoch ist dies nicht nur unerwünscht, da jeglicher äußerer Einfluss des Menschen die Umgebung stark beeinflussen kann, sondern auch bei den hier vorherrschenden Temperaturen körperlich nahezu unmöglich. Es war mittlerweile nach 14 Uhr und wir steigen aus dem klimatisierten Auto aus und standen direkt vor einer Wand. Die Luft hier ist so heiß, dass man glaub, man könne sie mit einem Messer in Scheiben schneiden. Wir liefen ein paar Treppen nach unten und tatsächlich, in Badwater fanden wir Wasser vor. Hier unten, in dieser Hitze, wo kaum andere Lebewesen lange überleben können, wimmelte es in diesem (zugegebenermaßen extrem salzigen) Wasser nur so vor Lebewesen. Und es fließt. Woher es kommt und wohin es geht, erkennen wir nicht, aber es ist da ;)

Wir schossen schnell einige Fotos davon. Ich wollte noch ein Foto wo ich im Sand stehe, nicht auf dem Steg und lief den Steg entlang. Jana wartete auf dem Steg, bis ich nach vorne gelaufen war und spürte dabei genau dasselbe, was ich kurz darauf spürte, also ich darauf wartete, dass Jana die Fotos von mir schießt. Nach ca. 5-10 Sekunden am selben Fleck stehen fing bei uns beiden die Oberseite der Füße so zu brennen an, alleine durch die Sonneneinstrahlung bei dieser ja eh schon abartigen Hitze. Länger hielten wir nicht mehr aus, wir liefen zurück zum Auto, sicherlich keine 10 Minuten nachdem wir ausgestiegen waren. Dabei sahen wir noch 85,5 m über uns ein Schild im angrenzenden Berg, welches den Meeresspiegel markierte. Noch schnell ein Foto davon gemacht, dann stiegen wir wieder ein, stellten erstmal unsere Klima auf maximale Kühlung ein und fuhren weiter. Auch wenn wir ein Cabrio hatten, es hier aufzumachen wäre unvorstellbar gewesen.

Wir fuhren also weiter, an Devils Golf Course vorbei, am Golden Canyon vorbei. Gerade der Golden Canyon soll sehr schön zu wandern sein, aber das war uns zu heiß, hier muss man wohl am besten schon frühmorgens da sein um angenehm wandern zu können. Der Artists Drive ist gesperrt, hier in diesem Bereich (ist ja auch nicht weit entfernt zur Strasse zum Dantes Peak) hatten die Regenfälle vom letzten Jahr wirklich ganze Arbeit geleistet. Wir fuhren weiter und kamen dann an die Kreuzung zur 190, der eigentlichen Einfahrtsstrasse ins Death Valley von Osten her kommend. Dort wäre auch der Zabriskie Point, aber ein Anhalten war dort wegen der Straßenarbeiten nicht möglich, also fuhren wir gar nicht erst in diese Richtung, zumal wir eigentlich in die andere Richtung weiter wollten. Wir erreichten kurz darauf die Furnace Creek Ranch, wo ein alter Dampfmaschinentraktor und Maultierwägen zur Ausstellung stand. Was dann kam, wunderte uns jedoch noch mehr. Am Schild zur Furnace Creek Ranch wurde mit einem Golfplatz geworben. Wie das hier möglich sein soll, konnten wir uns nicht vorstellen, aber nachdem wir weder den Golfplatz, noch das, was hier einen Golfplatz darstellen sollte, sahen, konnten wir nicht sagen, ob es den hier wirklich gab.

Wir fuhren ins Furnace Creek Visitor Center und holten uns dort erstmal unsere Jahreskarte für die Nationalparks. Hier im Death Valley kostet die Durchfahrt 10$, wobei wir hier auf unsere Durchfahrt an keiner Stelle kontrolliert wurden. Vielleicht ist eine Kontrollstelle auf der Strasse von Death Valley Junction von Osten her, die kennen wir ja nicht. Ich hab mir dann noch etwas das Death Valley Museum angeschaut, indem über die Vegetation, die Geologie und die Geschichte des Death Valleys berichtet wurde. Hier wurde auch über den Grund berichtet, warum es im Death Valley so übermäßig heiß ist. Die große ebene Fläche ohne hoch wachsende Vegetation heizt sich stark auf und die dabei zirkulierende Luft kann dem Tal aufgrund der enorm hohen Berge nicht entweichen. So zirkuliert sie immer innerhalb des Tales und heizt sich weiter und weiter auf.

Diese hohen Berge in Verbindung mit der Hitze sind auch der Grund, warum das Death Valley eben diese „Tal des Todes“ wurde. Frühere Siedler fanden keinen Weg über die Berge und die Hitze tat ihr übriges.

Das Visitorcenter war – wie eigentlich so ziemlich jedes öffentliche Gebäuse in USA – klimatisiert und so war es uns eine Wohltat, aber umso schlimmer als wir wieder ins Freie musste, da das Visitorcenter nun schloss. Der Ranger scherzte noch, es wären heute ja gerade mal 118 Grad Fahrenheit und damit eigentlich noch erträglich. Umgerechnet entsprach das etwa 48 Grad Celsius. Naja, geht ja noch, der Ranger zog da wahrscheinlich gerade erst seinen Wollpulli aus ;)

Wir fuhren weiter, zuerst nach Norden, dann nach Westen. Und plötzlich waren dort mitten im eigentlich steppenartigen Death Valley richtige Sanddünen wie man sie aus den Saharagebieten kennt. Und gar nicht so klein, aber nur in einem kleinen Gebiet. Sehr eigenartig. Vor uns zogen sogar kleine Sandstürme vorbei. Stürme wäre natürlich übertrieben, aber der Sand stieg innerhalb eine Windhose nach oben und sah aus wie ein kleiner Tornado. Wir hielten am Straßenrand an und packten ein bisschen Sand in eine unsere vielen Plastiktüten, die wir vom Walmarteinkauf noch im Kofferraum liegen hatten. Er war unglaublich fein und sollte uns als Andenken dienen.

Dann passierten wir das Schild, auf dem darauf gewarnt wurde, dass man die nächsten Meilen die Klimaanlage ausschalten sollte. Die meisten Autos würde durch den Anstieg, den es nun zu bewältigen gab, überhitzt und dem sollte das Ausschalten der Klima entgegenwirken. Wir beschlossen erstmal die Temperatur unseres nagelneuen und eigentlich robusten Autos im Auge zu behalten und die Klima erstmal anzulassen.

Die Steigung war nicht wirklich merklich, doch so gering sie uns erschien, war sie nicht. Durch die enorme Unebenheit der Fahrbahn merkt man den Anstieg nur wenig, man sah es nur an den Schildern am Straßenrand, die die Höhe über dem Meeresspiegel angaben. Die Temperaturanzeige unseres Autos interessierte das auch nicht. Sie veränderte sich während der ganzen Tour kein bisschen. Nur an der mittlerweile wieder stärkeren Funktion der Klimaanlage spürten wir, dass es draußen offensichtlich nicht mehr so heiß war. Wir kamen nach Panamint Spings und dort sahen wir eine Tankstelle. Da unser Tank mittlerweile wieder unter 1/3tel steht und wir nicht wussten, wann die nächste Tankstelle kommt, beschlossen wir dort zu tanken. Hier ist auch der Rekordpreis unserer Reise zu finden, $3,19 pro Gallone. Aber wenn man tanken muss, hat man eben keine Wahl. Und angesichts der Ausgaben unserer Reise fiel dies auch nicht mehr so wirklich ins Gewicht, zumal wir ja aus Deutschland noch schlimmeres gewohnt waren (wenngleich unsere Autos nicht so viel Sprit brauchen, unser Mustang war wirklich sehr durstig. Genau konnten wir es nicht sagen, aber so zwischen 12 und 16 Litern kann man durchaus rechnen ;)).

Kurz bevor wir die Tankstelle erreicht hatten, hatten wir auch noch eine sehr interessante Begegnung mit einem Coyote. Er lief einfach mitten der Straße. Wir fuhren langsam und passierten ihn. Doch irgendwie scheinte er wirklich was von uns zu wollen, er lief uns nämlich hinterher. Ein kurzes Stück fuhren wir langsam und machten einige Fotos ;)

Einen Aussichtsstop an einer sehr windigen Stelle über dem Panamint Valley, dem Paralleltal des Death Valleys, machten wir noch, bevor wir dann ein Stück vor Lone Pine am Owens Lake am Straßenrand halten, um uns ein paar Sandwiches zu machen. Leider war unser Eis schon deutlich geschmolzen und die Wurst und der Käse ins Wasser geplumpst. Nach dem „Entwässern“ aßen wir dort völlig alleine unsere Sandwiches. In den 20 Minuten, die wir hier standen kam kein einiges Auto vorbei, erst kurz bevor wir wieder losfuhren wurden wir von einem überholt.

Wir durchfuhren Lone Pine und sahen nun sogar schneebedeckte Berge. Langsam wurde es dunkel und wir beobachteten einen wundervollen Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag wollten wir in den Yosemite Nationalpark. Der einfachste Weg dorthinein ist über den Tioga-Pass, der jedoch noch immer wegen Schnees geschlossen war. Selbst Ende Mai hatten die dort noch 1,5m Schneehöhe und so war es nicht verwunderlich, dass der Pass noch nicht befahrbar war. Für uns bedeutete dies nun etwa 3 Stunden Umweg über den nördlich davon gelegenen Sonora-Pass. Im Süden gab es keinen nahe liegenden Pass über die Sierra Nevada, sonst wären wir schon vor Lone Pine abgebogen. Aber das wäre ein nur noch größerer Umweg gewesen. So versuchten wir nun einfach, während der Abendstunden so weit wie möglich zu kommen, um bis nach Bridgeport, am Fuße des Sonora-Passes, zu gelangen. Den Monolake, einen See mit wundervollen Salzsäulenartigen Tuffsteinengebilden passierten wir nur noch bei Nacht, sodass wir ihn nicht besichtigen konnten. Doch schien in dieser Nacht der Mond so stark, dass ich zumindest ein paar Fotos mit dem sich im Monolake spiegelnden Mondlicht schießen konnte. Der Anblick war jedoch nochmals um ein vielfaches schöner.

In Bridgeport angekommen fuhren wir erstmal durch den Ort durch, um uns einen Überblick über die Motels zu machen. Am Ende des Orten tankten wir dann erstmal, um dann das neben der Tankstelle liegende Motel anzusteuern. Dort fragten wir nach dem Preis eines Zimmers und ließen es uns zeigen. Aber 74 Dollar plus Tax war uns für dieses uns gezeigte kleine Zimmer doch zu viel, auch wenn eine Deutsche Flagge vor dem Zimmer hing. Wir fuhren wieder durch den Ort zurück und mussten feststellen, dass mittlerweile die Hälfte der Motels die Lichter ausgemacht und ein „No vacancy“ Schild rausgehängt hatten. Also machten die zu. Jetzt sollten wir uns vielleicht doch beeilen. Also steuerten wir das bestaussehendste der noch geöffneten Motels an und fragten dort nach. Dort bekamen wir dann ein deutlich größeres 3-Bett-Zimmer, welches der Besitzer uns zu 2/3tel des normalen Preises gab, da wir ja nur zu zweit waren. Für 66$ plus Tax waren wir einverstanden. Zumal wir ja wahrscheinlich sowieso nichts besseres mehr gefunden hätten. Also parkten wir unser Auto vor dem Zimmer und trugen die Koffer ins Zimmer. Schnell noch unter die Dusche und noch ein paar Minuten fernsehschauen, dann war Jana schon eingeschlafen. Ich übertrug wie jeden Abend noch die Fotos auf den Laptop und legte mich dann auch hin, denn lang sollte die Nacht nicht werden.

 

 

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