Mittwoch, 22.06. / Tag 04

Nach etwa 5 Stunden Schlaf, um 6 Uhr früh klingelte der Wecker. Wir hatten heute bis zum Yosemite-Park ein nicht geringe Strecke vor uns und wollten abends immerhin nach San Francisco. Nach unserem alltäglichen Frühstück aus ultraweichem Sandwichbrot mit Erdnussbutter und Marmelade packten wir unsere Koffer zusammen und verstauten sie im Auto. Es war wirklich sehr frisch hier draußen, auf unserem Auto hatte sich Feuchtigkeit niedergeschlagen, das Mineralwasser in unserem Auto war eiskalt. Viel wärmer als um den Gefrierpunkt konnte es in der Nacht nicht gewesen sein. Doch die Luft war auch unglaublich rein, wir waren ja auch immerhin auf fast 2000 m Meereshöhe. Die nahe liegenden Berge konnten wir vom Eingang unseres Motels sehen.

Wir starteten unsere Tour Richtung Sonorapass. Dieser war glücklicherweise schneefreier als der Tioga, obwohl er mit etwa 2900 m nur 100 m tiefer liegt. Nichtsdestotrotz lag dort auf dieser Höhe einiges an Schnee, vor allem auf den Nordhängen. Und die Landschaft dort oben war schön, ob wir deshalb auf dem Tioga was verpasst haben, können wir natürlich nicht sagen.

Der eigentlich Umweg kam aber nun erst, denn wir mussten ein ganze Stück nach Westen bis nach Sonora, um dann wieder nach Osten in den Yosemite hineinzufahren. Diese Strecke ist auf der Karte nicht groß, doch dauert die Fahrt aufgrund der kurvenreichen Strassen einige Zeit.
In Sonora selbst hatten wir uns dann - aufgrund der wirklich grandiosen Beschilderung der Straßen - verfahren, ich nutzte die Notwendigkeit, nach dem Weg zu fragen, um mal in einen amerikanischen CarHifi-Laden reinzuschauen .

Um etwa 10.30 Uhr erreichten wir den Eingang zum Yosemite Nationalpark. Dort konnten wir ja nun unseren Nationalparkpass vorzeigen, der uns die 20$ Eintritt „ersparte“.

Wir fuhren weiter und kamen nach dem Ausgang eines Tunnels an eine wundervolle Aussichtsstelle über das Yosemite Valley. Aus der Ferne konnte man die Yosemite Falls erkennen. Ich schoss Foto um Foto, so beeindruckt war ich von dieser Stelle. .

Dann fuhren wir weiter, gerade als wir aus dem Parkplatz ausfahren wollten, kam von oben ein Safetyfahrzeug, welches einen Schwertransport ankündigte. Also schnell rausgezogen und weiter gefahren, hinter dem wollten wir nicht durch gesamt Tal fahren.
Doch wir kamen nur wenige Meter, dann ging ein Wasserfall von links neben der Strasse, unter der Strasse durch und rechts neben der Strasse weiter. Die wollte ich unbedingt fotografieren. Dort war ein paar Meter weiter unten auch ein Parkplatz, auf den wir fuhren. Ich sprintete wieder die Straße ein Stück hoch und knipste.

Dann holte uns auch schon das Safetyfahrzeug wieder ein und wir schafften es dieses Mal nicht mehr, vor ihm wieder rauszuziehen. Also bleib uns nur zu warten und die Schlange, die der Schwertransport mit einem großen Bagger auf dem Tieflader, hinter sich zog, an uns vorbeizulassen. Wir standen dort eine ganze Weile, und als wir endlich uns am Ende der Schlange anschließen konnten, ging es nur sehr langsam voran. Jana nutze die Möglichkeit drauflos zu fotografieren, denn diese Landschaft war herrlich. Irgendwann erreichten wir dann das Yosemite Valley und fuhren, unterbrochen von diversen Fotostops bis zum Parkplatz des Visitorcenters.

Dort gings in den Shuttlebus, der interessanterweise sogar mit Hybrid-Technologie funktioniert (hier nichts weltbewegendes für einen Bus, dort drüben aber sehr außergewöhnlich). Im Visitorcenter gabs dann die übliche Ausstellung über die wichtigsten Eckpunkte des Yosemites und auch eine Filmvorstellung. In die setzten wir uns rein und schauten beeindruckt den wundervollen Bildern aus dem Yosemite zu.

Dabei entschloßen wir uns (was wir von Anfang an im Hinterkopf hatten, aber uns nicht sicher waren, ob wir das zeitlich hinbekommen würden), zum Glacier Point zu fahren. Dies ist etwa 45 Minuten Fahrt bis dorthin. Wir kehrten mit dem Shuttle zu unserem Auto zurück und machten uns auf den Weg dorthin. Fuhren Kurve um Kurve den Berg hoch, um dann dort auf einem fast komplett gefüllten Parkplatz anzukommen. Wir könnten nachvollziehen, warum der Parkplatz so voll war, als wir den Fußweg bis zum Glacier Point nach vorne liefen. Hier sind Leute, überall Menschen. Nichts mit Idylle hier oben. Auf dem Weg begegnen uns sogar Shaolin Mönche, ich hab sie aus dem Handgelenk heraus geknipst und sogar erwischt ;)

Als wir vorne am Aussichtspunkt ankamen drängten wir uns durch die Leute und genießen die tolle Aussicht. Schade, dass hier so viele Leute waren. Nichtsdestotrotz verbrachten wir hier oben eine ganze Weile, jedoch liefen wir ein paar Meter zur Seite, wo interessanterweise kaum noch Leute waren. Dort saß irgendwo einer auf einem Stein, wir setzten uns ein paar Meter weiter hin. Und es ist ruhig. Vielleicht nicht ganz still, aber das Lärmen der Leute war nur noch schwach zu hören. Der Ausblick ins Tal faszinierte uns immer wieder, man kann immer wieder ins Tal und auf den gegenüberliegenden Half Dome blicken, ohne dass diese Faszination verloren ging. Dabei ging es in 3, vielleicht 4 Metern Entfernung 1000m fast senkrecht in die Tiefe bis ins Yosemite Valley.

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Wir blieben noch eine Weile hier, ein paar Mal klickte unsere Kamera noch. Irgendwann entschlossen wir uns ein Stück zurückzugehen und zur anderen Seite des Abhanges zu gehen. Vorne am Glacier Point hatten wir ein Eichhörnchen gesehen, aber hier gabt es sie zuhauf. Eines kam sogar bis zu Jana angelaufen und schnupperte an ihrem Finger, den sie ihm hingestreckt hatte. Durch das (hier sogar kostenlose) Fernrohr schauten und fotografierten wir die gegenüberliegenden Wasserfälle und ein paar Leute, die den 16 Meilen langen und 1500 Höhenmeter überwindenden Trail auf die Spitze des Half Domes gelaufen waren. Auch hier blieben wir ein Weilchen und genossen die Aussicht, bis wir uns dann im Souvenirshop am Parkplatz noch ein Eis holten und uns wieder auf den Rückweg ins Tal hinunter machten. Da im Yosemite Valley nur Einbahnstrassen sind, mussten wir erst nochmal ein Stück Richtung Visitor Center hinein, um dann umzudrehen und auf die Strasse aus dem Tal hinausfahren zu können.

Wir verließen das Tal wieder und fuhren auf der gleichen Strecke, die wir schon am Morgen gefahren waren den Park und die Gegend um den Yosemite NP. Das Fahren mit unserem Mustang machte auf dieser kurvenreichen Strasse richtig Spaß.

Auf dem Weg nach San Francisco machten wir dann mal wieder die Erfahrung, dass Schilder in USA eigentlich nur dann dran stehen, wenn sie unwichtig sind, an wichtigen Kreuzungen gabs keine. So kamen wir nicht umher unser PDA-Navi auszupacken, für das wir kurz vor unserer Reise nochmal extra Karten für USA gekauft hatten. Dies führte uns dann zwar mit einem kleinen Umweg, aber sicher auf die Strasse nach San Francisco. Der Umweg führte uns durch Modesto, wo wir 2 Tage später nochmals sein wollten, um einen Besuch bei Zapco zu machen. Hier aßen wir auch noch was bei einem kombinierten KFC/Burger-Laden und fuhren dann in den Sonnenuntergang.

Kurz vor unserem Ziel wurde es dann hektisch auf den Strassen. Rechts überholt zu werden war ich mittlerweile gewohnt, auch wenn mal einer wesentlich schneller war als ich. Nachts fahren war an sich auch kein Problem. Aber was hier auf dem Freeway durch Oakland geboten war, war kein Spaß mehr. Ich fuhr auf dieser für einen Freeway recht kurvenreichen Strecke schon 10 Meilen schneller als erlaubt, aber links und rechts zogen Autos mit wesentlich höherer Geschwindigkeit an mir vorbei, dazu dann Autos, die ständig quer vor und hinter einem quer über 4 Spuren hin und herzogen um in eine der vielen Ausfahrten zu fahren oder von einer der vielen Einfahrten auf die linkeste Spur zu kommen waren echt zu viel für mich. Stress pur, zumal das ganze ohne Pause ablief. Als wir die Oakland Bay Bridge erreichten war es dann zuviel. Ich ordnete mich ganz links ein, stellte den Tempomat auf die erlaubte Geschwindigkeit (ich glaube um die 50 mph) ein und ließ die anderen Autos an mir vorbeiziehen. Jetzt so alleine auf der rechtesten Spur war die Unsicherheit wieder im Griff, vorher konnte ich nie rechts fahren, weil ja ständig die Ein- und Auffahrten waren. Und da viele Ausfahrten so gebaut sind, dass die rechteste Spur direkt in die Ausfahrt führt, fährt man lieber nicht dort, wenn man auf dem Freeway bleiben will.

Und alleine die etwa 12 Spuren an der Mautstelle, die kurz danach dann ohne Ankündigung oder Einfädelspuren einfach wieder auf 5 Spuren zusammengingen, waren auch kein Spaß, da die anderen Autofahrer hier einfach fuhren, ohne draufzuachten, ob da noch ein anderes Auto ist. Einmal mussten wir einem Pickup ausweichen, der uns sonst über den Haufen gefahren hätte.

Über die Oakland Bay Bridge drüber waren wir nun also in San Francisco. Nur genau WO wir hinmussten wussten wir nicht und es war hier einfach zu hektisch, um sich hier mal auf die Schnelle zu orientieren. Wir fuhren also erstmal vom Freeway ab und hielten 2 Blocks weiter an einem Bordstein an, um uns erstmal auf der Karte von San Francisco einen Überblick zu verschaffen. Doch Jana war unruhig, und als sie sagte warum, wurde es mir auch klar. Hier lag überall Müll auf der Strasse, direkt 3 m schräg vor uns lag ein Homeless mit Zeitungen zugedeckt mitten auf dem Gehweg. Und immerhin war es schon 22 Uhr nachts, also steuerten wir unseren Mustang wieder auf die Fahrbahn, um einfach noch ein Stück von hier weg zu kommen. Glücklicherweise kamen wir nach nicht allzu langer Zeit von selbst in die Strasse, in der unser Hotel war. Wir waren aber leider auf der falschen Straßenseite, und ein U-Turn war an keiner der Kreuzungen erlaubt. Also entschloss ich mich, in eine der Querstrassen dieser Hauptstrasse einzubiegen und dort umzudrehen. Aber das war ein wirklich riesengroßen Fehler: Denn hier in San Francisco sind fast überall Einbahnstrassen, ich fuhr also plötzlich als Geisterfahrer auf einer 3-spurigen Einbahnstrasse. Sofort hielt ich an und nachdem die vorbeifahrenden Autos gottseidank problemlos passieren konnten dreht ich schnell wieder um. Was ein Horrortrip, meine Nerven hatten nur noch etwa die Dicke von Spinnfäden. Jetzt nochmal um den Block und um noch einen und dann waren wir da. Wir stellen unser Auto in die Auffahrt des Hotels und nach einer Verschnaufpause von 5 Minuten checkten wir im Hotel ein. Dieses Hotel hatten wir zwar sehr günstig über priceline.com ergattert, aber 20$ Parkgebühren pro Tag waren kein Pappenstiel. Dies war uns in diesem Fall aber wirklich nur noch egal, die Überlegung eine günstigere Parkgarage in der Nähe zu suchen war angesichts der Gegend, in der wir uns hier befanden vielleicht doch nicht die beste Idee. Wir entluden also unser Auto, schafften unser Gepäck ins Zimmer und parkten es unten in der Tiefgarage des Hotels. Für heute waren wir erledigt und hatten eigentlich jegliche Lust auf San Francisco verloren. Im Zimmer, welches die 150 $ pro Tag (die es als Normalpreis hätte kosten sollen) nicht mal in San Francisco wert sein könnte, aber für 70 $, die wir über Priceline dafür bezahlen mussten, noch akzeptabel war, schauten wir nach einer Dusche dann noch etwa fern. Erfreut waren wir außerdem über die Kaffeemaschine im Zimmer, also war unser Morgenkaffee gesichert ;);) Geschafft vom Tag schliefen wir dann bald ein.

 

 

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