Samstag, 25.06. / Tag 07

 

An nächsten Morgen ließen wir das Auto stehen. Wir holten uns am Gift Shop unseres Hotels Tagespässe für die Muni, mit denen wir alle Busse, usw. des Stadtgebietes und auch die Cable-Cars fahren konnten.

Die Endstation der California, der dritten Cablecarlinie, die quer zu den beiden anderen an die Fisherman's Wharf fahrende Linien, lag nur 4 Blocks von unserem Hotel entfernt. Blöderweise liefen wir erstmal 2 Blocks in die falsche Richtung (Matze-Navi war verwirrt ;)), drehten dann um und liefen der Van Ness Ave entlang bis zur Endhaltestelle. Die California-Line ist durch ihre für Touristen eher unattraktive Route von West nach Ost durch San Francisco deutlich weniger voll als die beiden anderen Routen, wodurch wir einen schönen Sitzplatz auf der Außenseite der Cable-Cars bekamen.

Wiir fuhren mit dieser Linie dann ein ganzes Stück bis zur Kreuzung der Linien, wo wir in ein, der Linien in Richtung Fisherman's Wharf fahrendes Cable-Car umsteigen wollten. Hier bemerkten wir dann schon die Beliebtheit dieser Linien, den wir mussten erstmal 3 Cable-Cars abwarten, bis wir Platz auf einer fanden.


Die Platzverteilung ist sowieso höchstinteressant. Jede Cable-Car ist mit 2 Leuten besetzt, einem "Brakeman" hinten und einem "Gripman" vorne. Diese arbeiten völlig unabhängig voneinander und verständigen sich durch das berühmte Glockenläuten. Jedes Jahr gibt's es hier in San Francisco sogar die Weltmeisterschaft im bell-ringing. Und diese Leute weisen den zusteigewilligen Passagieren dann ihre Plätze zu. Sie arbeiten insofern unabhängig voneinander, dass wir es desöfteren gehört haben, dass der vordere den Leuten, die zusteigen wollten, zugerufen hat: "ich hab keinen Platz mehr, versucht es hinten mal" und der andere gerade das Gegenteil rief ;) In den Cable-Cars gibt's eine gewisse Anzahl Plätzen und mehr lassen die Jungs auch nicht drauf.
Nichtsdestotrotz kann es gerade auf den Außenbrettern schon mal eng werden, zumal das festhalten mit nur einem Arm (falls man, wie wir, beim Hinfahren mit der Kamera, beim Rückfahren mit den Einkaufstüten eine Hand belegt hat) nach längerer Fahrzeit ganz schön anstrengend wird.

Während unseres Wartens entdeckten wird dann das teuerste Parkhaus, das wir je gesehen hatten. Tagespauschale war hier gerademal lächerliche 43 $. Oder halt alternativ 4 $ pro 20 Minuten. Übrigens war dies auch die Parkpauschale für die dort übernachtenden Hotelgäste, denn das Parkhaus gehörte zu einem Hotel. Da hatten wir mit 20 $ pro Tag ja schon fast ein Schnäppchen gemacht ;)

Auf unserem Weg bis zur Fishermans Wharf standen wir rechts fast ganz vorne, nach dem Abstieg des vor uns stehenden, dann ganz vorne. Und da wurden wir mit einigen Hindernissen konfrontiert. Meinen Rucksack musste ich teilweise auf den Bauch drehen, damit ich nicht an irgendwelchen Hindernissen hängen bliebt, wie beispielsweise auf dem Bild zu sehen die Matratzen, die an einer Stelle aus einem Pickup hochstanden.

Auch wenn es uns oft nicht geling, die Steigung der Strassen festzuhalten, hier hatten wir mal ein Foto geschossen, welches recht gut die Situation in San Francisco wiedergibt. Es gibt jede Menge Strassen, wo man wirklich erst wenn man über die Kreuzung drübergefahren ist, sieht, was unterhalb dieser Kreuzung liegt. Oder wenn man den Berg hinauffährt, sieht man auf oft erst dann überhaupt, was auf der Kreuzung los ist, wenn man über die Kuppe gefahren ist und an der Stopstelle steht. Oft sieht man 2-3 m vor dieser Stelle gerade mal nur die Motorhaube und den Himmel vor einem. Also auch wenn es sicherlich auf vielen unserer Fotos nicht so rüberkommt, es ist dort wirklich so steil wie man es aus Filmen oder Fotos kennt.

An der Fishermans Wharf angekommen (der genauso genommen 3 Blocks vorher, den Rest muss man laufen), bummelten wir erstmal durch die vielen Läden, die man dort hat. Viele verkaufen Klamotten, manche Souvenirs, usw.  Am Hafen direkt sahen wir Läden, in denen man die Meerestiere frisch „auf der Straße“ zubereitete. Am Pier 45 sahen wir eine Fregatte und ein U-Boot liegen, welche man besichtigen konnte, aber 12 -15$ Eintritt um mal durchzulaufen war uns dann doch zu viel ;)

In einem der ersten Souvenirshops, die es hier ja wirklich zur Genüge gibt, sahen wir die lustigsten Souvenirs. Teilweise zu günstigen, teilweise aber auch zu ganz schön gesalzenen Preisen.

An der Ticketverkaufsständen für Touren nach Alcatraz fanden wir noch heraus, dass die Touren dorthin ohne Vorbuchung nicht machbar waren. Wir warens samstags dort, die nächste freie Tour wäre erst am späten Montag möglich gewesen. Allerdings ist die Tour mit um die 12-15 $ günstiger als wir es angenommen hatten, immerhin waren wir die Preise für solche Attraktionen bzw. Touren in USA ja schon gewohnt ;)

Weiter ging es dann zum Pier 39. Dieses wohl berühmteste Pier San Franciscos ist die Vergnügungsmeile schlechthin. Hier finden sich auf 2 Ebenen viele Läden und Lokale. Und es ist immer was geboten. Doch zuerst gings nicht mittendurch, sondern erstmal außen rum zu den Seelöwen, die dort auch zu finden sind. Diese haben sich von einigen Jahren mal hier im Hafen niedergelassen und es gefällt ihnen hier. Zu Beginn waren sie nur in den Wintermonaten da, und auch heute sind zu dieser Jahreszeit bis zu 600 Seelöwen am Pier 39 zu finden. Im Sommer jedoch ist nur eine kleine Gruppe da, die es vorgezogen hat, auch den Sommer hier zu verbringen statt mit den anderen Seelöwen die Bay wieder zu verlassen.

An der Spitze des Piers angelangt, liefen wir nun auf die Bummelmeils des Piers..
Hier gab es einen Laden, der nur Kühlschrankmagnete verkaufte. Wie ihr auf dem Foto seht, gab es dort alle möglichen Sorten von Kühlschrankmagneten, die überall in diesem Laden an der Wand hingen. Die sahen teilweise ihrer Abbildungen zum verwechseln ähnlich ;).

Und für alle Forrest Gump Fan ist das Pier 39 sowieso unerlässlich. Denn hier gibt es doch tatsächlich ein „Bubba Gump Shrimp Restaurant“. Und selbstverständlich nebendran wie immer der obligatorische Souveniershop dazu, mit wirklich unheimlich süßen Sachen. Nur preislich leider so was von abgehoben, dass wir uns nichtmal zum Kauf eines Schlüsselanhängers oder ähnlichem durchringen konnten.

Essen konnte man in diesem Restaurant natürlich auch und zwar zu relativ normalen Preisen, zumindest wenn man mal die anderen hier am Pier 39 angesiedelten Fischrestaurants als Maßstab nimmt. 17-20 $ für ein einzelnes Essen war man aber trotzdem schnell los. Wir überlegten zwar, dort noch essen zu gehen, jedoch war der Andrang dort so groß, dass wir keine wirkliche Lust hatten, uns dort erst in eine Schlange zu stellen, um überhaupt ins Restaurant eingelassen zu werden.

Wir bummelten weiter durch die Geschäfte und sahen allerhand unterschiedliche Souvenirs, viel Krimskrams und Klamotten. Und es gab richtig große Posterläden, in denen es von jedem Film der Filmgeschichte, von allen amerikanischen Serien und vor allen mehr oder weniger bekannten Musikstars Poster gab.
Bei diesem Bummel entdeckten wir in einem Laden eine richtig gute Auswahl von denen in Las Vegas von einer Verkäuferin erwähnten 200 verschiedenen erhältlichen Monopoly-Spielen. Eines mit Herr der Ringe Motiven und ein anderes mit Motiven zum 40sten Jubiläum des Ford Mustangs könnt ihr auf den Fotos sehen, es gab sie aber noch in so vielen anderen Themengebieten, so dass wir immer wieder staunten.

Auf einem Platz in der Mitte der Geschäfte zeigte ein Jojo-Spieler seine neuesten Trick und begeisterte die Leute damit. Überhaupt sahen wir immer wieder diverse Leute, die mit Shows und Aufführungen die Leute unterhielten. An einigen blieben wir ein bisschen stehen.

Ganz vorne wieder an Anfang des Piers angekommen, fanden wir das Hard Rock Cafe. Hier wollten wir ja sowieso hin, um unser Shotglas mit San Francisco Logo zu holen. Der nette Türsteher bot uns auch gleich an, ein Foto von uns zu schießen.

Dann holten wir die Karten für das Aquarium of the Bay, welches auch hier am Pier 39 steht. Hier haben wir mal wieder die Sinnlosigkeit des amerikanischen „Coupon-Wahns“ festgestellt. Es gibt für alles einen Coupon, mit dem man sparen kann. Und nunja, hier war es ganz krass. Offizieller Eintritt $13,95. Wenn man einen Coupon hat, wird’s 2 Dollar weniger. Aber das beste war, dass, wenn man direkt vor dem Verkaufsfenster des Tickethäuschens steht, direkt neben diesem Fenster diese Coupons stapelweise ausliegen. Man muss also nur einmal einen Zettel dort nehmen und ihn 20 cm weiter zum Kassierer hinschieben, um diese 2 $ Ersparnis zu bekommen. Den Rabatt bekommt also einfach jeder, denn Sinn solch einer Couponaktion sei mal dahingestellt.

Nachdem wir die Tickets gekauft hatten, mussten wir nur noch einmal um die Ecke und standen dann vor dem Aquarium.

Wir gingen dann rein, die Details könnt ihr dabei auf den Bildern sehen. Was sehr lustig war: Das Bassin, in dem die Fische aus dem Film „Findet Nemo“ zu finden waren, war die Hauptattraktion der Kinder. Wir hörten sie ständig vollauf begeistert„Dori“ und „Nemo“ rufen, als sie die bunten und wirklich wunderschönen Fische sahen. Wie auch später in den Universal Studios hatten wir festgestellt, dass die Kinder hier allesamt sehr gut über die Zeichtrickfiguren Bescheid wissen und dies auch immer sofort ihrer Umgebung mitteilen, wenn sie eine dieser Figuren irgendwo wieder erkennen ;)

In diesem Aquarium kann man „durch das Wasser“ hindurchlaufen. Dort sahen wir viele Fische herumschwimmen, viele Seesterne hatten sich an den Scheiben festgeklebt und es war dabei sehr schön zu sehen, wie Seesterne auf der Unterseite aussahen.

Am Ende des ersten „Wasserdurchganges“ war ein kleiner Raum, indem aufgeschnittene Rochen-Eier ausgestellt waren. Also ein kleiner Teil des „Ei“s war durch eine durchsichtige Folie ersetzt worden, sodass man reinschauen konnte. Die Rochen in diesen Eiern lebten aber allesamt.
Nebendran gab es auch Quallen, die man sehr gut beobachten konnte.

Nach diesem Raum ging es dann durch die zweite Röhre. Hier waren nun deutlich größere Fische anzutreffen, unter anderem Rochen mit locker 1-1,5 m Spannweite und auch 1,5 m lange Haie.

Fast am Ende des Aquariums gab es dann einen Raum mit 4 kleineren Becken, wo man die Tiere, die dort drin waren, sogar streicheln konnte. Es handelte sich bei allen immer um Jungtiere und man wurde immer angeleitet, dass man die Tiere nicht an ihnen unangenehmen Stellen streichelte. Gerade bei dem Hai, den man streicheln konnte, war das ja vielleicht nicht ganz unwichtig, dass es ihm nicht unangenehm ist ;) Der Hai fühlte sich unheimlich samtig an, sehr angenehm, aber Jana hatten es sowieso am meisten die Rochen angetan und nachdem sie ja sowieso von den Cayman Islands träumt, wo man mit den Rochen sogar schwimmen kann, war sie, wie schon vorher in der Röhre, kaum von den Rochen wegzubekommen ;)

Unterschiedliche Arten von Seesternen konnten wir auch noch anfassen, die wirklich sehr eigenartig waren. Manche waren hart wie Stein und hatten spitze Stacheln, die so spitz wie die eines Igels waren, andere waren so weich wie ein Sofakissen.

Am Ende mussten wir dann noch durch den Souvenirshop, indem es wirklich süße Plüschtiere zu kaufen gab und dann verließen wir das Aquarium.

Draußen angekommen setzen wir uns auf einer Bank mal hin und bemerkten langsam aber deutlich doch die Anstrengung unserer Füße. Wir waren eben doch den ganzen Tag zu Fuß unterwegs gewesen und machten hier nun erstmal etwas Rast. Auf dem Rückweg zur Cable-Car-Station deckten uns in einem Souvenirshop mit ein paar Sachen ein, die wir mit nach Deutschland mitnehmen und dort verschenken wollten. Wir hatten ganz bewusst morgens noch nichts gekauft, um die Souvenirs nicht den ganzen Tag im Rucksack durch die Gegend schleppen zu müssen.

In diesem Laden entdeckten wir auch 2 schicke Wendejacken mit San Francisco Aufstickerei, die wir uns zulegten, um auch im Herbst noch ein Andenken an San Francisco zu haben – und dass sie für 20 $ praktisch und gut verarbeitet hatten, kam ja noch dazu ;)
Achja, und Briefmarken kauften wir hier auch noch. Zwar mussten wir für eine 70 Cent Briefmarke 90 Cent bezahlen, aber das war dann doch immer noch billiger als einen kompletten Dollar in unserem Hotel.

Wir aßen dann noch einen Hot-Dog für 3 $ irgendwas, der zwar gut, aber auch nicht größer als ein IKEA-Hotdog hier in Deutschland war und saßen noch etwas, um unsere müden Füße auf die Tour zurück zum Hotel vorzubereiten.

Auf dem Weg zur Cable-Car-Station kamen wir auch wieder an allerhand Entertainer vorbei. Breakdancer, denen offensichtlich der harte Boden etwas zu schaffen machte, ein silbern angemalter, der allerdings nicht die Klasse einer der Bronzefiguren aus dem Paris in Las Vegas hatte oder auch einfach nur Comedians.

An der Cable-Car-Endstation angekommen, traf uns nun erstmal der Schlag. Eine nicht ganz kleine Schlage wartete offensichtlich komplett darauf, mit dem Cacle-Car zu fahren. Wir überlegten kurz, entschlossen uns aber dann doch, einfach zu warten. Während dieser Wartezeit konnten wir dann einigen Cable-Cars beim Wenden zuschauen, denn diese werden dort an der Endstation per Hand auf einer Drehscheibe umgedreht. Und dies passiert wirklich bei jeder der unterschiedlichen Cable-Car-Crews immer nach derselben Methode bzw. immer nach exakt denselben Bewegungsabläufen. Auch das Anschieben des Cable-Cars wieder auf die Schienen erfolgte immer mit dem Rücken dagegen lehnend, nie mit den Händen schiebend.

Nach etwa guten 45 Minuten war es dann soweit und wir konnten auf ein Cable-Car steigen. Wir standen wie schon bei der Hinfahrt auf den Trittbrettern vorne rechts, nur dieses mal war es bedeutend schwieriger sich festzuhalten, da wir ja einige dicke Taschen dabeihatten, in denen unsere Einkäufe und auch die Jacken waren. Nach nochmals etwa 10 Minuten warten gings dann los und wir fuhren wieder Richtung Süden auf die Hügel.

An einer Stelle war eine Weiche kaputt. Dies stellte uns aber vor kein Hindernis, wir hielten an und der Gripman vorne stieg aus, um die Weiche manuell umzustellen. Dies geschah dann einfach durch einen einzigen und sehr gezielten Eisenstangenhieb auf die Schiene. Und schwupps gings weiter, bis wir wieder an der Kreuzung zur California-Line aussteigen mussten, um zu unserem Hotel fahren zu können.

Auf die California-Line mussten wir eine ganze Weile warten, was aber dank der Sitzmöglichkeiten an der Haltestelle nicht so schlimm war. Ich schoß noch ein paar Fotos direkt von der Strasse aus. Die Steilheit der Straßen hier war einfach phänomenal, alle hier gemachten Fotos sind wirklich horiontal geschossen, es geht so steil runter und der Höhenunterschied ist wirklich so groß wie es auf den Bildern aussieht.

Auf der Fahrt mit der California-Line bekamen wir dann auch mal einen Sitzplatz im Inneren eines Cable-Cars. Also hatten wir es nun auchmal von innen gesehen. An der Endhaltestelle der California wieder angekommen, liefen wir wieder zu unserem Hotel, wo wir für unsere Abreise am nächsten Tag schon mal die Koffer packten und den Abend damit nutzten, Ansichtskarten zu schreiben.

 

 

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