Sonntag, 26.06. / Tag 08

An diesem Tag gings daran, San Francisco – leider – wieder zu verlassen. Wie sehr hatten wir nach der anfänglichen Abschreckung die Stadt doch lieb gewonnen. Auf jeden Fall waren wir uns sicher, dass wir bei unserem nächsten Besuch in den USA wieder hierher kommen würden. Man könnte hier wohl 2 Wochen verbringen und immer wieder neues entdecken, ohne Langeweile zu erfahren.
Unseren Pool im Hotel hatten wir unbenutzt gelassen, war es doch zu kalt draußen. Insgesamt hatten wir hier in San Francisco auch das einzige Mal in unserem Urlaub so was wie Regen gesehen, nämlich etwa 2 Minuten lang andauernden Niesel. Ansonsten war das Wetter immer und ausschließlich gut und trocken. Gerade in Vegas war es ja bei unserer Ankunft schon sehr heiß gewesen, aber das war noch lange nicht das Maximum dort, wir wir ein paar Tage später noch feststellen sollten. Aber dazu später ;)

An diesem Sonntag hatten wir leider einen der ganz großen Klassiker von San Francisco verpasst. Die San Francisco Pride Parade, also die Parade des Christopher Street Days, und das in der Schwulen- und Lesbenstadt San Francisco. Schon am Vortage waren einige Teile der Stadt abgesperrt worden für die Parade, auf unserer Fahrt aus der Stadt, sahen wir dann noch einige Shuttlebusse dorthin.

Irgendwo auf der Strecke gen Süden sahen wir dann ein IKEA-Schild, mittlerweile gab’s die Schwedenmöbel sogar in USA. Wenn das so weitergeht, ist Bill Gates wohl endgültig als reichster Mann der Welt vom IKEA-Gründer abgehängt ;)
Erstmal gings südlich von San Francisco in einen Supermarkt, vor dem wir auch mal wieder einen alten Mustang sahen.

Danach gings weiter bis wir irgendwo zwischen San Jose und Monterrey erstmals an der Pazifikküste entlangfuhren. An einer Bucht hielten wir auf einem Parkplatz und machten uns ein paar Sandwiches auf dem „Vesperbrett“ unseres Autos.

Nach dem Essen gings weiter entlang der Küste. Und dann wurde es richtig schön. Kurve um Kurve schlängelte sich die Straße um die Berge entlang der Küste herum. Mal ganz unten fast am Wasser, mal ein Stückchen weiter oben an den Hängen, aber immer den Pazifik im Blickfeld. Der HWY 1 ist auch baulich ein absolutes Meisterwerk. Dort wo wir auf dieser Straße fuhren, war vor 1919 nur ein Hang am Rande der schroffen und oft unwegsamen Pazifikküste. 33 Brücken wurden gebaut, über 7 Millionen Kubikmeter Felsgestein weggesprengt, um eine Straße entlangführen zu können. Es dauerte fast 2 Jahrzehnte und verschlang das 8-fache des ursprünglich veranschlagten Betrages, um diesen Highway fertigzustellen. Und das, obwohl sogar Sträflinge zur Arbeit herangezogen worden waren, um die Baukosten niedrig zu halten. Sie wurde mit nur kleinen Entschädigungen, aber dafür Haftzeitverkürzungen entlohnt.

Über die Eindrücke dort, kann man nicht viel schreiben, die Fotos zeigen zumindest ansatzweise die Schönheit und das wirklich unvergleichliche Freiheitsgefühl, was man hier auf dem Highway No. 1 erleben kann. Einfach traumhaft.

Weiter auf dem Weg entlang des HWY 1 stießen wir irgendwann auf ein paar richtige Schätzchen amerikanischer Autobaukunst. Diese Autos waren absolut wie neuwertig restauriert, aber wohl schon recht alt. Am Motorengeräusch erkannte man, dass sie selbst für amerikanische Verhältnisse recht großvolumige Motoren hatten und auch an ihrem Fahrstil bemerkte man, dass sie gut motorisiert waren, teilweise fuhren sie richtig zügig um diese Kurven.

Nichtsdestotrotz überholten wir sie Stück für Stück, unter anderem auch um sie zu fotografieren. Ihr könnt ja sehen, welche Schmuckstücke das waren.

Etwas nördlich von San Simeon war dann ein Aussichtspunkt, der es in sich hatte. Hier findet man in den Wintermonaten die größte Seeelefantenkolonie der ganzen Küste. Dieses Jahr waren es dort 14.000 Elefanten, darunter 2000 dort geborene Jungtiere. Und die Tendenz ist seit Jahren stark steigend.
Als wir da waren, trafen wir aber nur einige Dutzend an, die zwischen den aus dem Wasser rausragenden schwarzen Steinen oft gar nicht so einfach zu erkennen waren.

Was aber sehr gut zu erkennen war, waren die unzähligen Eichhörnchen, von denen es ja sehr viele unterschiedliche Arten auf dem amerikanischen Kontinent gibt. Und sie waren so sehr an Besucher gewohnt, dass sie einem direkt aus der Hand fraßen. Wir fanden dort genügend Kekse auf dem Boden herumliegend, die Besucher liegengelassen hatten, um diese Tiere zu füttern - merkten aber schnell alleine an den Figuren vieler dieser Eichhörnchen, dass wir dabei nicht die einzigen waren. Man könnte sagen, einigen hatten „typisch amerikanische“ Figuren ;)

Andere davon waren im Gegensatz dazu aber eher dünn, wahrscheinlich waren sie immer die letzten bei den Besuchern. Wir beschränkten uns dann darauf, hauptsächlich diese Dünnen zu füttern.

Nach einer ganzen Weile Pause dort fuhren wir weiter, natürlich wieder Richtung Süden. Auf dem Weg kamen wir durch einige nette Städtchen durch. Irgendwann läuft der HWY 1 dann nicht mehr am Wasser entlang, sodass wir uns nach einigen Meilen auf einer Landstrasse mitten durch Felder entschlossen, wieder auf den Freeway, die 101 auszuweichen, da wir dort schneller vorankamen und wahrscheinlich auch nicht weniger sahen. Später führt auch dieser Freeway wieder entlang der Pazifiküste.

Auf dieser Straße überholten wir dann irgendwann einen Lowrider-Fahrer. Dieser fuhr so über den Freeway, wie man auf unseren Fotos sehen kann. Wirklich sehr interessant, wenn man bei einem Auto bei vielleicht 50 Meilen pro Stunde die komplette – selbstverständlich verchromte – Hinterachse sehen kann. Das Verchromen war überhaupt so eine Sache hier. Wie man ja auch n akutellen Trends in der deutschen Tuning-Szene sehen kann, sind Chromräder auch hier ein absolutes MUSS. Wer keine hat, ist quasi fast ein Assi. Wir haben selbst die abgegammelsten Kisten mit Chromfelgen gesehen. Wobei man aber auch anerkennen muss, dass – im Gegensatz zu den meisten deutschen Autos – das auf den US-Schlitten meistens wirklich gut aussieht. Wobei eine serienmäßige S-Klasse oder ein BMW 3er mit Chromfelgen für uns auch in USA etwas eigenartig aussah, aber dort ist das wohl ein MUSS, um überhaupt ernst genommen zu werden oder so.

In einem McDonalds in Santa Barbara, wo wir zur Erholung nach einem etwa 25 Meilen langen Stau, in dem wir gestanden waren, einkehrten, ergatterte Jana ein Coupon-Heftchen mit Hotelcoupons. Da wir ja noch kein Hotel für die Nacht hatten, entschlossen wir uns relativ schnell für ein Best Western in Oxnard für gerade mal 50 $ plus Tax pro Nacht. Auch weil in Oxnard direkt die Atomic-Fabrik zu finden ist, die wir am nächsten Tag besuchen wollten.

Auf dem Parkplatz dieses McDonals begegnete uns auch ein gestretchter Hummer, den wir leider nur mit Gegenlicht fotografieren konnten.

Und als in diesem Motel auch tatsächlich noch was frei war, checkten wir ein. Erstmal für eine Nacht, machten aber gleich klar, dass wir mit unserem Coupon eventuell auch noch eine zweite und dritte Nacht bleiben wollten.

Als wir im Hotelzimmer waren, wurde uns schnell klar, dass die Idee, uns eine Option für die nächsten Nächte zu behalten, eine sehr gute Idee war, denn das Zimmer war klasse. Und Internet hatten wir sogar auch noch kostenlos dabei, wofür wir kurz vorher in San Francisco noch hatten 10 $ bezahlen müssen.

Wir entluden unser Auto und schleppten unsere Koffer in den ersten Stock dieses doppelstöckigen Motel, stöpselten das Internet an, surften noch ein bisschen und ließen diesen wundervollen Tag ausklingen.

 

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