Montag, 27.06. / Tag 09

Wir starteten erstmal mit einem Frühstück in unserem Motel. Oder besser gesagt in der Motellobby. Trotz der über 100 Zimmer, die das Motel hatte, waren dort nur etwa 5 Tische aufgestellt, und obwohl das Frühstück im Zimmerpreis inbegriffen war, reichten die Tische dort völlig aus. Die Amis nutzten die Frühstücksmöglichkeit wohl einfach so gut wie gar nicht.
Es gab ein großen Waffeleisen und fertige Waffelmischungen, sodass wir uns für klassisch amerikanische Waffeln mit Ahornsirup entschieden. Das war echt lecker!
An der Rezeption verlängerten wir gleich noch das Zimmer für 2 weitere Nächte und machten uns auf den Weg zur Atomic Fabrik. Wir haben wir das Navi angemacht und festgestellt, dass es nur 3 Meilen entfernt war. Wir hatten wirklich richtig Glück mit unserer Motelwahl gehabt.

Bei Atomic angekommen wurden wir schon von Sheena und George, den Besitzern von Atomic, erwartet. Sie hatten uns ja eigentlich zu sich nach Hause eingeladen, aber durch ein Mißverständnis hatten wir ihre Privatadresse nicht mehr bekommen und hatten uns ja dann einfacherweise im Hotel eingebucht. Doch Sheena bestand nun schon fast darauf, dass wir unbedingt sofort aus dem Hotel auschecken und zu Ihnen kommen sollten. Hätten wir zwar auch gerne gemacht, aber es war uns etwas zu stressig , alles wieder hektisch zusammenzupacken und nachdem das Motel ja eben auch so toll war, beschlossen wir dann es uns doch einfacher zu machen und im Motel zu bleiben. Unter dem Versprechen, dass wir dann beim nächsten Besuch bei den Wu’s zu Gast sein werden, akzeptierte Sheena es dann ;)

Zuerst führte Sheena uns in eine Art Besprechungsraum. Recht gemütlich mit Sofas eingerichtet, an den Wänden hingen einige Poster von Atomic Werbungen, es lagen Zeitschriften mit Werbungen und Tests von Atomic Produkten aus und es standen auch einige Lautsprecher herum. Teilweise Atomics, teilweise von einigen anderen Marken, für die SJA Industries, wie der genaue Name der Atomic Fabrik ja lautet, eben auch produziert.

George erzählte uns viel von Produkten, Wettbewerbern, Händlern und vielen anderen Dingen. Ich erzählte ihm auch viel von den Unterschieden dazu im Vergleich zu Deutschland. Und er erzählte uns auch vom Sales Manager der Firma, der am Vortage einen Autounfall hatte.
Nach einiger Zeit zeigte er uns dann die Fabrik. Er erklärte uns, dass in den Hochregalen der einen Seite der Halle Teile gelagert waren, auf der anderen Seite dann die meisten der fertigen Lautsprecher. Atomic-Kartons hab ich da aber kaum gefunden, lag wohl daran, dass sie doch viele OEM-Produkte für anderen Marken herstellen. Wir sahen auch viele noch nicht verpackte Lautsprecher unterschiedlicher Marken, einige davon waren tatsächlich einfach nur Atomics mit anderen Logos drauf. Nicht gerade von in Deutschland sehr bekannten Marken, einige versuchten wohl mit umgelabelten Atomic APX oder APXX in der SPL-Szene Amerikas Fuß zu fassen. Die ein oder andere in Deutschland sehr bekannte Marke sah man dann aber doch auch dort rumstehen ;)

Zu Mittag gingen wir dann mit George zusammen essen. Er fuhr wohl meist mit Sheena in ein nahegelegenes Einkaufszentrum, heute waren wir mit ihm alleine. Wir entschlossen uns, chinesisches Essen in USA zu probieren, zumal wir erwarteten, dass es anders als chinesisches Essen in Deutschland schmecken würde. Und dem war so. Aber es war wirklich sehr gut. Uns beiden hat es eigentlich besser als bei einem deutschen Chinesen geschmeckt. Während dem Essen erzählte uns George auch, dass das chinesische Essen in China auch wiederum ganz anders sei.

George war früher schon ein Lautsprecherfabrikant in Taiwan. Die Firma SJA und mit ihr auch die Marke Atomic gab es ja schon seit 1946, in der Hand der Wu’s ist sie aber erst seit Beginn der 80er. SJA war wohl früher ein Kunde von George und als er eines Tages zu Beginn der 80er dort in USA zu Besuch war, fragte der damalige Besitzer ihn, ob George die Firma nicht übernehmen wolle, da er in Rente gehen wollen würde. George sagte zu und zog mit Sheena nach Californien. Zuerst nach Simi Valley, wo früher ja auch Cerwin Vega ansässig war, vor 2 Jahren kauften sie dann ein anderes, neues Fabrikgebäude in Oxnard, etwa 30 Meilen von Simi Valley entfernt.

Als wir dann in die Fabrik zurückgefahren waren, zeigte George mir noch allerhand Details, Teile usw. Auf den Detailsfotos könnt ihr einmal mich mit der Polplatte für eine 4“ Schwingspule sehen, einmal eine 8-lagig gewickelte Schwingspule, einmal den Magnetisierungsautomaten. Wir haben dann zusammen mal einen Energy magnetisiert, war sehr lustig, wie schnell das ging. Wir stellten den Lautsprecher rein, dann schaltet man an, nach etwa 2-3 Sekunden fängt der Lautsprecher an, in dem Metallring wie wild rumzuspringen und dann wars das auch schon.

Irgendwann im Laufe des nachmittags verließen wir nun die Fabrik, um nach Los Angeles zu fahren.

Wir verließen den Freeway an der Ausfahrt zum Hollywood Boulevard. Dort fuhren wir ein Stück, da wir eigentlich erstmal zum Walk of Fame wollten. Und schon nach kurzer Zeit sahen wir die berühmten Sterne auf dem Bürgerteig neben uns. Wir hielten in einer Querstraße an, wo wir sogar einen Parkplatz bekamen, warfen nen Quarter in die Parkuhr und liefen los.

Immer den Blick auf den Boden gerichtet um die Namen zu lesen, mussten wir feststellen, dass es an dieser Stelle des Walk of Fame offensichtlich meistens um Schauspieler aus Zeiten vor dem 2. Weltkrieg oder zumindest um welche kurz danach ging. Wirklich berühmte Namen as unserer Zeit sahen wir kaum. Nachdem wir ein Stück weit gelaufen, wieder umgedreht und auf der anderen Straßenseite in die andere Richtung gelaufen waren, bemerkten wir erst, in was für einer Gegend wir waren. Hier waren wieder mal nur Schwarze, und zwar nicht in schicken Zwirns, sondern in zerrissenen und zerfetzten Klamotten. Wenn diese Leute hier nicht homeless waren, dann aber nicht weit davon entfernt. Auch die Läden hier entlang der Straße waren nicht gerade die schicksten, alles recht verbarrikadiert und so.
Also drehten wir wieder um und gingen zurück zu unserem Auto. Auf dem Weg dorthin sahen wir noch eine Bushaltestelle, die als Dach die Form eines 50er Jahre Straßenkreuzer hatte. Insgesamt waren wir also doch sehr negativ überrascht von diesem vielgelobten Walk of Fame. Hier war kein Glamour, nichts schick, alles recht trostlos und doch sehr enttäuschend.

Dann fuhren wir den Hollywood Boulevard entlang, über den Sunset Boulevard und den Sunset Strip bis nach Beverly Hills. Irgendwann bogen wir rechts in den Rodeo Drive ein, der hier oben erstmal nur eine sehr schicke Gegend war. Die berühmte Einkaufsmeile erreichten wir erst später, kurz vor dem Wilshire Boulevard.

Insgesamt waren wir auch hier enttäuscht. Klaro, alles war hier schick, Kriminalität gibt’s hier gar nicht, und die Häuser hatten keine Gärten, sondern oft Parkanlagen vornedran. Aber nichts empfanden wir hier wirklich „interessant“. Es war nett, mal durchzufahren, mal das live gesehen zu haben, aber wirklich was aufregendes zu sehen gabs hier nicht.

Auf dem Rodeo Drive standen wir dann fast mehr an den Ampeln als dass wir fuhren, sodass wir uns in ruhe aus dem Auto die Geschäfte anschauen konnte. Auch hier wieder eigentich nicht viel zu sehen, die Geschäfte waren schick und edel gemacht, aber wirkliches Flair fehlte unserer Meinung nach. Securityleute vor den Geschäften finden vielleicht die Reichen toll, einladend sieht das aber nicht aus.

Über den Wilshire Boulevard fuhren wir dann wieder Richtung Hollywood Boulevard. Jetzt wollten wir zu den großen Kinos, dem Mann’s Chinese Theater, dem Kodak Theater, usw.

Dort als wir nach rechts an ein paar Übertragungswagen vorbei in den Hollywod Boulevard einbiegen wollten, war dort die Straße gesperrt. Es war mal wieder irgendein Filmfestival, wodurch auf der Straße eine Bühne aufgebaut war. Also fuhren wir weiter und nochmal drumrum, um dann festzustellen, dass es hier auch keinen Parkplatz gab, auf den wir uns hätten stellen können und von dort zu den Kinos zu laufen.

Also vertagten wir unseren Besuch auf Morgen, in der Hoffnung, die Straße wäre dann wieder frei. Wir fuhren stattdessen nun Richtung Hollywood Sign. Leider machten wir, nachdem wir in der Stadt schon ewig im Stau gestanden waren, den Fehler und fuhren über den Freeway. Wie man gut sehen kann, fuhren wir direkt von der Auffahrt in den Stau. Aber glücklicherweise hatten wir es nicht weit bis zur Ausfahrt zum Mulholland Drive, von dem aus man das Hollywood Sign gut sehen hätten sollen. Doch wir verpassten die Ausfahrt. Prinzipiell wäre das nicht so schlimm gewesen, wenn nicht überall, an jeder Straße völliger Stau gewesen wäre. Auf der Ausfahrt, und überall. Nach ewigem Stehen kamen wir dann wieder in Richtung Innenstadt auf den Freeway drauf und fuhren auch gleich wieder raus. Den Weg über den Mulholland Drive hatten wir mittlerweile abgeschrieben, daher suchten wir einfach mal drauflos. In den Straßen südlich des Hollywood Signs ist auch nicht so viel los, zumal es ja auch ein Wohngebiet ist. Dass dort überall Schilder mit der Aufschrift „No access to Hollywood sign“ stand, hat uns eigentlich nur darin bestärkt, denn offensichtlich mussten wir ja auf dem richtigen Weg sein ;)

Und tatsächlich, dann sahen wir es. Wir versuchten durch Umherfahren in diesem Wohngebiet so nah wie möglich ans Sign ranzukommen, mit dem Auto kommt man dort aber wohl nicht näher ran als dort, wo wir die Fotos gemacht haben. Zumindest nicht, wenn man relativ freie Aussicht auf das Sign haben möchte.

Dann verließen wir wieder das Wohngebiet und suchten uns einen Weg zum Observatorium hoch. Da dort leider Bauarbeiten waren, war uns klar, dass wir den besten Aussichtspunkt über Los Angeles nicht besuchen konnten, aber trotzdem war es nett von dort oben auf die Stadt herunterzuschauen. Auch wenn es durch die extrem flächige und kaum in die Höhe gebaute Stadt mit Ausnahme von ein paar Hochhäusern in Downtown keine richtige „Skyline“ gab.

Durch Downtown führte uns ein bisschen später dann auch unsere Route vom Observatorium zum Santa Monica Beach. Hier waren die Hochhäuser, aber vor allem auch die Straßen die Hauptatraktion, auf dem Bild unten sieht man eine 6-spurige Straße, ich glaub das breiteste, was wir gezählt hatten, waren 8 Spuren nebeneinander - in jede Richtung wohlgemerkt!!

So sauber wie man es allerdings von den meisten europäischen Stränden kennt, war der Santa Monica Beach aber nicht. Es gab zwar keine Algen oder ähnliches, aber der Sand war gröber und längst nicht so gut gesäubert. Und wirklich zum Baden hat das Wasser mit seinen etwa 18 Grad auch nicht eingeladen.

Aber wir fanden wir doch tatsächlich eine richtige Baywatch-Kulisse vor. Die Türme, die Autos, der Strand, vor allem aber auch die hohen Wellen waren tatsächlich so wie wir es aus dem Fernsehen kannten, auch wenn es nicht genau dieser Strand war, an dem gedreht worden war, aber ob ein paar Meilen weiter oben oder unten spielte hier keine Rolle.

Und ich glaube, ich hab sogar Pam entdeckt ;)

Dort beobachteten wir dann einen absolut wundervollen schönen Sonnenuntergang.

Auf dem Rückweg zu unserem Hotel holten wir uns bei Subway noch 2 Sandwiches und nahmen sie mit aufs Zimmer. Schade, dass es hier in Deutschland so wenige Subways gibt, wir wären sicher öfters bei denen, so lecker waren die Sandwiches. Und dieses Mal hatten wir auch ohne Peperonischeiben bestellt, sodass uns auch nach dem Sandwich noch wohl war ;)

 

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