Mittwoch, 29.06. / Tag 11

 

Wir standen recht früh auf, etwa gegen 05.30 Uhr. Geplant war heute ein fast reiner Fahr-Tag. Da wir den Grand Canyon heute noch sehen wollten, mussten wir recht früh los.

Zuerst gab es aber mal wieder ein Waffel-Frühstück in unserem Motel, danach machten wir unsere Kühlbox erstmal wieder voll mit dem Eis aus der Moteleismaschine. Etwas verspätet fuhren wir dann etwa um 8 Uhr los.

Viel zu sehen gabs erstmal nicht, hauptsächlich nur Straßen.

Aber eines war auf auf diesen Straßen erwähnenswert:

In USA gibt es immer mal wieder sog. „Car Pool Lanes“, also Spuren, die man nur als Fahrgemeinschaft befahren darf. Das wird auch schwer überwacht und überall standen Schilder, dass man bei einem Verstoß mit mindestens 271 $ Strafe rechnen müsste.
Nun ist das Lustige, dass ein Car Pool bedeutet, dass mindestens 2 Personen im Auto sitzen müssen. In Amerika fährt JEDER alleine. Was man eben genau daran sah, dass teilweise auf 5 Spuren direkt neben der Car Pool Lane Stau war und wir auf der Car Pool Lane mit 75 Meilen und Tempomat problemlos fahren konnten, ja sogar teilweise hunderte von Metern von und hinter und kein Auto zu sehen war.
Wer zu zweit unterwegs ist, würde hier zu 100% auf der Car Pool Lane fahren und sich nicht in den Stau stellen.
Dies verdeutlichte nochmal die wirklich extrem hohe Anzahl der Alleinefahrer.

Da Jana großer Depeche Mode Fan ist, machten wir in Pasadena noch einen kleinen Abstecher zum Rose Bowl Stadium, dem Schauplatz des legendärsten Depeche Mode Konzerts überhaup. Hier spielte die Band das 101. und damit letzte Konzert ihrer „Music for the Masses“-Welttournee im Jahre 1988.

Besichtigen konnten wir es leider nicht, da es laut Aussage eines Wachmannes seit den Terroranschlägen vom 11.September für die Öffentlichkeit geschlossen ist. Könnte ja jemand ein leeres Stadion in die Luft sprengen wollen *HMPF*....

Auf dem Weg passierte mir dann an einer Tankstelle ein kleines Missgeschick, da ich die Kreditkarte nach dem Tanken an der Zapfsäule liegen lassen hatte. Wir hatten das dann erst 2 Stunden später beim nächsten Tanken bemerkt und entsprechend groß war die Aufregung, dass sie jemand missbraucht haben könnte. Glücklicherweise hatten wir die Notrufnummer und Kartennummer direkt griffbereit und konnten die Karte über das Handy sofort sperren lassen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass wir Glück hatten und sie niemand benutzt hatte. In USA an einer Tankstelle, wo man nur die Karte durch den Schlitz ziehen musste ohne zu unterschreiben oder eine PIN einzugebem, war die Gefahr eines Missbrauches doch groß gewesen. Glücklicherweise hatten wir aber noch eine zweite Kreditkarte, sodass wir trotzdem noch „flüssig“ waren.

In Needles suchten wir dann den Anfang der Historic Route 66. War gar nicht ganz so einfach wie gedacht, denn die Beschilderung war wie immer mal wieder etwas dürftig.

Ab hier fuhr dann Jana ein Stück, bis wir irgendwann nach Oatman kamen, einem kleinen Ort, genau so, wie man sich ihn entlang der Route 66 vorstellt. Hier waren alte Häuser und auf den Straßen liefen Esel herum. Das war ein völlig unbeschreibliches Erlebnis, hier durchzufahren und sich weit entfernt des 21. Jahrhunderts zu fühlen.

Und auch die weitere Tour über die Berge Richtung Kingman war toll zu fahren, an einer alten Goldmine vorbei, die man besichtigen hätte können. Ein unglaubliches Gefühl der Freiheit erlebten wir hier, genauso wie wir es uns von der Route 66 erhofft hatten.

In Kingman versuchten wir dann etwas zu Essen. Aber nachdem wir weder beim Betreten des Lokals begrüßt worden waren, noch einen Platz zugewiesen bekommen, und als wir uns dann selbst gesetzt hatten nach 10 Minuten auch und noch niemand bedient hatte, verließen wir das Lokal wieder, ohne was gegessen zu haben.

Wir haben dann ein paar Meilen weiter bei Subway was gegessen, wo wir auch diesen wundervollen Dodge Magnum gesehen haben Die Farbe hatte es uns besonders angetan, so ein intensives Rot gibt es leider bei unseren Autos nicht als Serienfarbe.

Und obwohl wir durch die verspätete Abfahrt und auf der Route 66 einiges an Zeit verloren hatten, schafften wir es noch vor Sonnenuntergang am Grand Canyon zu sein.

Leider war die Luft im Canyon recht diesig, sodass wir nicht so viel sahen. Für ein paar schöne Ansichten und Fotos reichte es aber trotzdem noch.

Dort ging dann im Laufe unserer Fahrt entlang des South Rim und entlang einiger Aussichtspunkte die Sonne unter.

Nach dem Sonnenuntergang fuhren wir dann noch bis zum letzten Aussichtspunkt ganz im Osten des South Rims und ich machte noch ein paar Fotos vom Canyon mit der untergegangenen Sonne, wo man auch nochmal die Diesigkeit gut erkennen kann.

Als es dann immer dunkel wurde, setzten wir uns wieder ins Auto, denn unser Tag war ja noch nicht zu Ende. Da wir trotz unseres kurzen Urlaubes so viel wie möglich sehen wollten, war es notwendig, an diesem Abend noch so weit wie möglich zu kommen, um am nächsten Morgen nicht erst Stunden fahren zu müssen, bis wir das Monument Valley besichtigen konnten.

Deshalb fuhren wir noch einige Zeit durch die Nacht. Und diese Nachtfahrt hatte es in sich, denn es war kein Mond zu sehen und Fremdlicht von Orten oder Städten, wie man es hier aus Deutschland kennt, gab es auch nicht. Es war also einfach stockdunkle Nacht, die einzigen Lichtquellen weit und breit waren unsere Scheinwerfer. Dementsprechend fuhren wir sehr vorsichtig, die Gefahr, hier irgendwo von einer Kurve überrascht zu werden und dann in die unbewohnte Pampa oder gar einen Abhang hinunterzustürzen war uns zu groß. Mit um die 45-50 Meilen pro Stunden fuhren wir so eine ganze Weile, bis uns ein Auto deutlich schneller fahrend überholte, an das wir uns „anhingen“. Dieser fuhr mit etwa 75 Meilen pro Stunde und schien sich sehr gut auszukennen, da er nur an sehr engen Stellen wirklich ernsthaft bremste.

Wir folgten ihn, denn aus einem Abstand von ein paar hundert Metern könnte man auch den Straßenverlauf sehr gut beobachten, den der vordere Wagen abfuhr. So konnten wir also doch eine ganze Weile nochmal zügig fahren, bis der Wagen irgendwann in eine Einfahrt mitten in den Wüste einbog.

Wir passierten hier noch an der Staatsgrenze von Arizona nach Utah eine Zeitzone und kamen nachts um 1 Uhr Utah-Zeit nach etwa 850-900 Meilen, also um die 1400 km Fahrt in Bluff an. Glücklicherweise hatte ich mit der Hotelbesitzerin des Kokopelli Inns ausgemacht, dass sie uns einen Schlüssel deponiert, was auch hervorragend geklappt hat. Unser Zimmer war zwar nicht außergewöhnlich groß, aber schön sauber und auch nicht abgewohnt. Nach einer Dusche und dem Hochladen der Bilder auf den Laptop schliefen wir dann geschafft ein.

 

 

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