Freitag, 01.07. / Tag 13

Wie geplant war ich am Morgen aufgestanden, um um 6 Uhr am Sunrise Point des Bryce Canyons zu sein. Da der gestrige Sonnenuntergang eher enttäuschend gewesen war, versprach ich mir vom Sonnenaufgang einiges mehr. Und ich wurde auch absolut nicht enttäuscht. Das Licht am Horizont vor dem Sonnenaufgang, die ersten Sonnenstrahlen und im weiteren Verlauf die aufsteigende Sonne, die die Felssäulen im Amphitheater des Bryce Canyon unheimlich toll beleuchtete veranlassten mich, jede Menge Fotos zu schießen.

Als die Sonne immer weiter aufgestiegen war, entschloss ich mich statt ins Hotel zu fahren, ein bisschen in den Canyon hineinzuwandern. Also machte ich mich auf den Weg. Ziemlich schnell spürte ich, wie die Sonne immer kräftiger wurde und so zog ich recht schnell sowohl meine Jacke als auch ein paar Minuten später meinen Pullover aus.

Nach etwa 30-45 Minuten beschloss ich umzudrehen und wieder zurückzulaufen. Ich hatte am heutigen Tage weder etwas gegessen noch etwas getrunken und da war ich mir nicht so sicher, ob der Aufstieg nicht doch etwas anstrengend für meinen Kreislauf werden würde, wenn ich noch weiter hinuntergegangen wäre.

Auf dem Rückweg begegnete ich einem Amerikaner aus Connecticut, ganz an der Ostküste der USA. Wir kamen irgendwie ins Gespräch und unterhielten uns beim gemeinsamen Aufstieg. Er erzählte mir, wie er jedes Jahr mit seinen Kindern in sein Ferienhaus in Colorado fährt und dabei immer 1 Woche unterwegs ist und ihnen die USA zeigt. Dieses Mal war er von Connecticut entlang der Ostküste über Atlanta, New Orleans, Houston, Santa Fe bis dort nach Utah gefahren. Auf dieser Fahrt machten sie jedes Jahr ein Spiel, bei dem seine Kinder versuchen sollten, Kennzeichen von allen Staaten der USA zu entdecken. Und jedes Jahr fänden sie mindestens 49 der 50 Staaten. Das letzte fehlende sei meist Alaska – Hawaii sähen sie dabei aber fast immer.
Was er mir damit sagen wollte, war, dass sehr viele Amerikaner einfach ihr Land bereisen und die Fahrt meist schon ein großer Teil der Reise ist und nur selten auf direktem Weg zum Ziel führt.
Er erzählte mir auch von seinen schweizer Vorfahren. In seinem Namen waren zwar zwischenzeitlich ein paar Buchstaben „amerikanisiert“ worden, vom Grundsatz sei es aber immer noch ein deutsches Wort (der exakte Name fällt mir leider nicht mehr ein). Auch begeistert war er von seiner Hochzeitsreise damals nach Berchtesgaden. Er fand es wundervoll dort. Auf Neuschwanstein und im Hofbräuhaus war er auch schon. Fast alle typisch deutschen Klischees wurden also erfüllt ;)


Nachdem wir irgendwann den Aufstieg wieder geschafft hatten, fuhr ich zu Jana ins Motel zurück. Da es mittlerweile etwa 9 Uhr war, hatte sich das Thema Schlafen auch schon erledigt, aber so schlimm war das nicht, der morgendliche Frühsport hatte mir gut getan.Ein entsprechendes Frühstück hatte ich mir nun verdient und nachdem wir alles zusammengepackt hatten, machten wir uns auf dem Weg zum Ruby’s Inn, indem es auch einige Geschäfte und auch eine Poststation gab. Nachdem wir in San Francisco in einem Souvenirladen die 70 Cent-Briefmarken für 1 $ gekauft hatten, holten wir sie uns hier direkt bei der Post für den aufgedruckten Wert. Bei 30 Marken machte das auch nen Unterschied aus ;)

Von hier aus versuchten wir noch ein Hotel für den Abend in Las Vegas zu buchen. Nachdem wir eigentlich zuerst am nächsten Tag in Vegas ankommen wollten und nur für die Nacht von Samstag auf Sonntag ein Zimmer vorgebucht hatten, entschlossen wir uns, doch heute Abend noch dorthin zu fahren, um doch noch einige der Hotels besichtigen zu können, die wir zu Beginn unserer Reise aus Zeitmangel auslassen mussten.

Letztendlich buchten wir dann übers Internet eine Nacht im Stratosphere Tower, indem wir ja schon mal genächtigt hatten und zufrieden gewesen waren.

Dann fuhren wir wieder in den Park. Wir fuhren hinein und wollten zum Inspiration Point. Dabei hatten wir jedoch die Ausfahrt verpasst und fanden uns schließlich im südlicheren Gebiet des Parks wieder, beim Farview Point. Okay, weit schauen konnte man von hier, aber ansonsten war es jetzt nicht so besonders spektakulär, sodass wir wieder umdrehten - und schließlich fanden wir auch den Inspiration Point.

Auf der Parkplatz gab es erstmal wieder Matschbrot-Sandwiches ;)

Jana war heute nicht so auf dem Damm, ich hatte aber umso mehr Wanderlust. So beschloss ich, den Aufstieg zum Upper Inspiration Point zu machen. Dieser war doch sehr anstrengend, da er sehr steil war, der Ausblick entschädigte aber doch für die Mühen. Für Leute, die sich nicht so anstrengen wollen, muss man aber sagen, dass der Ausblick von der ersten Plattform über dem Aussichtspunkt am Parkplatz auch schon sehr gut ist und dafür deutlich weniger Anstrengung in Kauf genommen werden muss.

Jana hatte solange auf mich gewartet und die Aussicht weiter unten genossen, bevor wir uns entschlossen, weiterzufahren und den Park zu verlassen.

Auf dem Rückweg entdeckten wir in einem Ort noch Nummern an den Felsen über dem Dorf. Was diese für einen Sinn hatten, hab ich aber bis heute noch nicht rausgefunden. Falls es jemand weiss, würde ich mich über ne Email freuen ;)

Nach einer guten Stunde Fahrt erreichten wir den Zion Nationalpark. Dieser war uns im Vorfeld eher unbekannt, die Fotos, die wir gesehen hatten, waren auch eher unspektakulär, was sich aber in der Realität also absolut falsch herausstellte. Das lag ganz einfach an der unglaublichen Größe dieser Felsformationen hier. So sehr wir es auch versuchten, wir schafften es nicht, diese monumentale Größe in dem Maße auf ein Foto zu bannen, dass man sich ernsthaft vorstellen könnte, wie groß das alles dort war.

Was man hier auch sehr stark merkte war, dass es im Tal deutlich heißer war als weiter oben auf den Felsen. Hier unten hatten wir unheimlich drückende 42-44 Grad an diesem Tag, sodass uns alleine der Weg vom Parkplatz bis zum Visitor Center schon schwer zu schaffen machte. Hier in diesem Park war es sehr voll, sodass wir stellenweise immer nur schleppend vorankamen.

Die Shuttletour durch den Park wollten wir unter diesen Bedingungen nicht mitmachen, zumal auch so langsam eine gewisse Sättigung an roten Felsen bei uns eintrat – und wir froh waren, wieder nach Las Vegas in die Zivilisation zu kommen. So verließen wir den Zion-NP, der eigentlich ja eh nur als Durchfahrtsroute geplant war, uns aber doch sehr positiv überrascht hatte, und fuhren gen Las Vegas.

Auf dem Weg dorthin sahen wir einige eigenartiges. Der zug auf dem Foto unten hatte etwa 70-80 Waggons und alle waren doppelstöckig beladen. Für deutsche Verhältnisse einfach unvorstellbar.

Nachdem wir in Vegas erstmal wieder in unser altbekanntes Stratosphere Tower eingecheckt waren, gingen wir erstmal was Essen. Im Hotel war ein sehr gut gestaltetes 50s-style Diner, indem selbst die Bedienungen genau passend gekleidet waren und sogar Brillen im 50s Style hatten. Dazu gab es fast ständig eine richtige Animation durch die Bedienungen, einmal sangen sie, ein anderes Mal tanzten, usw. Es war eine wirklich klasse Show, die wir hier bekamen während wir aßen.

Danach gings wieder auf den Strip, zuerst ins Mandalay Bay, welches uns jedoch nicht sonderlich begeisterte.

Toll war dann allerdings das Luxor, in das man direkt vom Mandalay Bay aus gelangen konnte. Diese Pyramide und ihre Einrichtung war sehr schön und detailreich gemacht. Und weil man leider nur als Gast von oben in das Innere der Pyramide herunterschauen kann, werden wir irgendwann bei einer unserer nächsten Reisen dort sicher mal eine Nacht verbringen.

Mit dem Shuttle ging es dann zum Excalibur, welches zwar sehr nett eingerichtet ist, jedoch mit dem „Robin Hood“ oder „Alice im Wunderland“-Style nicht so ganz unser Geschmack war. Außerdem sieht man ihm sein Alter auch schon ein bisschen an und so verwundert es nicht, dass sich Gerüchte, es würde bald abgerissen werden, hartnäckig halten.

 

Zu Fuß gings dann wieder ins Luxor rüber, da wir zum Auto wollten. Also versuchten wir mit dem Shuttlezug, welcher zwischen Mandalay Bay, Luxor und Excalibur verkehrte ins Mandalay Bay zu kommen. Nur blöderweise hatten wir irgendwie Pech und es fuhr immer nur eine Linie, die uns zwar ins Excalibur hätte fahren können, auf ihrem Rückweg zum Mandalay Bay aber immer die Haltestelle Luxor ausließ. Nachdem wir etwa 3 Fahrzyklen abgewartet hatten, entschlossen wir uns, einfach in die Bahn zum Excalibur zu steigen und dort sitzen zu bleiben, bis wir irgendwann im Mandalay Bay ankommen würden. Und tatsächlich hat diese Vorgehensweise funktionert und wir konnten im Mandalay Bay wieder zu unserem Auto.

Dann gings mit dem Auto ins New York New York. Auch dieser Themenbereich gefiel uns sehr gut und wir verblieben eine ganze Weile hier und schauten uns gemütlich alles an. Es war Freitag und damit war es hier wie überall in Vegas sehr voll.

Die Coyote Ugly Bar, die hier im Hotel ansässig ist, war völlig überfüllt. Es war eine etwa 40 Leute umfassende Schlange vor dieser Bar und wie wir erfuhren, waren das ausschließlich Leute, die eine Reservierung/Eintrittskarte hatten. Für uns also absolut keine Chance, da spontan reinzukommen, was aber auch nicht so schlimm war, mittlerweile war es nachts um 1.30 Uhr und nachdem wir noch einmal von außen um das New York New York gelaufen waren, fuhren wir wieder in unser Hotel. Dort spielten wir noch ein bisschen und Jana hatte wieder einmal Glück.

Als wir nachts nochmal kurz draußen waren, entdeckten wir ein Thermometer, welches selbst um 2.30 Uhr nachts noch 34 Grad Celsius anzeigte. Diese Temperaturen waren wirklich phänomenal.

 

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