Sonntag, 03.07. / Tag 15

 

Dies war nun also unser letzter Tag. Heute sollte es nicht mehr viel zu sehen geben, dafür aber stand unser Rückflug an.

Morgens frühstückten wir erstmal in unserem Hotel. Das Frühstück war inklusive und im an das Casino angrenzenden Diner. Es war halt ein typisch kontinentales Frühstück mit einem Hamburgerpatty, 2 Scheiben Toast und Rührei mit Speck. Geschmeckt hat es zwar halbwegs, allerdings war das besonderste an unserem Frühstück die Leute zu beobachten, die hier saßen.

Es waren prinzipiell genau die Leute, den hier auch den ganzen Tag im Casino verbrachten. Spielsüchtige, teilweise zwielichtige Gestalten, viele so vom Alkohol gezeichnet, dass sie schon schwere körperliche Schäden wie ständige Zuckungen, usw. davongetragen hatten...

Hier sitzend beängstige uns die Situation zwar nicht, aber ein Amüsement war das nicht. Das waren alles Leute, die durch das ja doch recht grobmaschige Gitter des amerikanischen Sozialsystem gefallen waren. Leute, die zwar offensichtlich (noch) nicht homeless waren, aber in der sozialen Rangordnung maximal 1 Stufe drüber. Dies war nicht das glamouröse Las Vegas, das war das schmuddeligste Las Vegas, was man sich vorstellen konnte.....

Wir checkten dann wieder aus dem Hotel aus und fuhren an eine Tankstelle, um unseren Mietwagen wieder vollzutanken und dann über den Freeway nochmal an der Skyline von Las Vegas entlang bis zum Flughafen, um unseren Mietwagen abzugeben. Die Abgabe war sehr unkompliziert, und auch hier wurden wir von anderen Leuten immer wieder auf unser Auto angesprochen. Wie es mit dem Auto gewesen sei, usw.

Wir schossen noch einige abschließende Fotos vom Auto und schauten nun auch dem Auto mal unter die Haube. Nicht dass wir dazu in den letzten 2 Wochen keine Zeit gehabt hätten...

Danach ging es wieder mit dem Hertz Shuttlebus zum Flughafen. Auch hier wieder die freundlichen Leute, kein Gedrängel, der Fahrer half einem beim Ein- und Ausladen, usw. Später in Deutschland sollten wir uns nochmal an diese Situation zurückerinnern.
Bevor wir den Flughafen betraten fanden wir noch eine Anzeigetafel, auf der abwechselnd Uhrzeit, Datum und Temperatur angegeben wurden. Hier dokumentierten wir einmal die Temperaturen, die uns die letzten Tage immer schon so zu schaffen gemacht hatten. Morgens um 10.30 Uhr hatten wir schon 40 Grad im Schatten.

Dann gings zum Check-In. Nachdem wir eine Weile angestanden waren, kamen wir auch dran. Ich hatte die recht unsympatische Dame am Schalter insgesmat 3 mal darauf hingewiesen, dass wir Sitzlatzreservierungen haben, aber ihr war das egal. Sie gab uns unsere Bordkarten und wollte uns wegschicken. Erst als ich dann nochmal darauf bestand, meine Sitzplatzreservierung auch haben zu wollen, schaute sie überhaupt mal auf den Bestätigungszettel, den ich ihr vorgelegt hatte. Sie schaute dann kurz in ihren Computer und meinte, dass die Plätze schon belegt seien und wir keinen Anspruch auf die reservierten Plätze hätten. Das war natürlich schon etwas komisch, zumal wir extra schon 4 Stunden vor Abflug beim Check-In gewesen waren. Ich hab dann zwar noch ein bisschen rumgemeckert, aber angesichts dessen, dass die Plätze die sie uns gegeben hatten, gerade mal 1 Reihe vor unseren reservierten waren, mich mit diesen zufrieden gegeben. Später im Flugzeug stellte sich dann heraus, dass sie einfach nur keine Lust hatte, uns neue Bordkarten rauszuschreiben, unsere Plätze waren nämlich sehr wohl noch frei.

Die Zeit bis zum Abflug verbrachten wir mit den Sicherheitskontrollen, dem Duty-Free-Einkauf und ein bisschen was Essen. Was in den USA sehr umständlich war, war, dass man den Duty-Free-Einkauf nicht einfach aus dem Laden mitnehmen durfte, sondern er dann direkt ans Gate gebracht wird. Als ob man den Bereich, wo man Duty-Free kaufen kann, nicht nur mit einem Flugticket erreichen könnten.

Der Rückflug war an sich okay, nachdem wir in Las Vegas schon mit etwa einer halben Stunde Verspätung losgeflogen waren, mussten wir auch noch in Winnipeg zwischenlanden. Aufgrund der Hitze konnte die Maschine nicht voll tanken, sodass der Sprit wohl knapp geworden wäre. Die Crew hat das zwar wie eine Ausnahme erscheinen lassen, wir hatten aber schon vor unserem Urlaub davon gehört, dass das auf dieser Strecke bei Condor wohl normal wäre.

Wie auch immer, die Hitze hat man selbst als Passagier sehr gut gemerkt. Man merkte doch sehr, dass warme Luft eine geringere Dichte hat und so hatte es die Maschine schwer, einfach locker durch die Lüfte hochzuziehen, schon direkt nach dem Abheben gab es immer wieder Verwirbelungen in der Luft, die man gut merkte.

Kanada war beim Landeanflug um Winnipeg sehr schön zu betrachten, wie blieben ja in der Maschine sitzen, während der etwa 1-stündigen Betankung. Gerade das Grün und das viele Wasser (in manchen Gegenden war es aber zu viel Wasser, sprich Überschwemmungen, wie wir später in den Nachrichten hörten) lachte uns an, hatten wir doch in unseren 2 Wochen Urlaub kein einziges Mal Wasser von oben gesehen. Und gerade die letzte Zeit in der Wüste bei der Trockenheit und Hitze hatte uns zumindest ein bisschen auf die Rückkehr und das damit vielleicht auch verbundene Regenwetter freuen lassen.

Die Turbulenzen irgendwo in der Nacht über dem Atlantik hatte ich komplett verschlafen (was Jana sehr gewundert hatte, da sie wohl nicht ganz ohne waren). Nach unserer Zwischenlandung in Winnipeg war der Wind allerdings so gut, dass das Flugzeug, welches offiziell eine Reisegeschwindigkeit von 850 km/h hatte (und das Maximum auf dem Hinflug war 890 km/h) um 1190 km/h flog. Das war gar nicht mal mehr weit von der Schallgeschwindigkeit weg – ich hätte nicht gedacht, dass man so weit über der Reisegeschwindigkeit fliegen kann.

Dadurch holten wir wieder einiges an Zeit raus und landeten mit etwa 75 Minuten Verspätung in Frankfurt.

Nachdem wir unser Gepäck geholt hatten und selbst unsere mitgeschickte Kühlbox recht unbeschadet angekommen war, packten wir es auf unseren Wagen und verließen den Flughafen. Und nicht nur wegen dem extrem schwülen Wetter wollten wir eigentlich schon wieder nach USA zurück. Was uns nach diesen 2 Wochen schon fast so gewohnt war, die Höflichkeit und Freundlichkeit, war uns hier – weil nicht vorhanden – so störend aufgefallen. Da wurde man angerempelt, musste aufpassen den Leuten die einen vor den Kofferwagen liefen nicht umzufahren und wurde dann noch böse von Ihnen angeschaut. Hier gab es keine Höflichkeit mehr, auch keinen Service. Am Bus, der uns bis nach Darmstadt bringen sollten, half uns niemand die Koffer einzuladen, der Bus war bei dieser extrem feuchten Hitze völlig unklimatisiert. Am Ende des Tages sollte es dann auch tatsächlich noch regnen, was uns dann wieder erfreute.

 

<< zurück zur Übersicht <<

>> weiter zum Fazit >>